Der neue Öko-Chic
Massivholzmöbel sind wieder stark gefragt
Die ökologischen Vorteile der Möbel aus Holz pur liegen auf der Hand: Sie bestehen aus einem klimaneutral nachwachsenden Rohstoff, die Bäume entnehmen der Luft Kohlendioxid und erst wenn das Holz verbrennt oder vermodert, werden die schädlichen Treibhausgase wieder freigesetzt. Ganz wichtig ist allerdings die Unterscheidung nach dem Herkunftsland. Tropenhölzer, wie etwa Mahagoni, für die die Regenwälder abgeholzt werden, sind für jedes grüne Gewissen ein absolutes „No Go“.
Holz ist nicht gleich Holz
Nicht in jedem Möbel, das ganz nach Holz aussieht, ist auch tatsächlich pures Holz drin. Für das Qualitätsmerkmal „Massivholzmöbel“ gibt es ganz eindeutige Beschreibungen und Abgrenzungen. Echte Massivholzmöbel müssen - abgesehen von Rückwänden und Schubkastenböden - aus massivem Holz bestehen. Als „massiv“ gelten Möbelteile, die nur aus gewachsenem Holz oder aneinander geleimten Stäben bzw. Leisten bestehen. Mehrschichtig verleimte Platten, wie z.B. Sperrholz, gehören ganz definitiv nicht dazu.
Wie so oft ist es aber leider in der Praxis für den Laien meist gar nicht so einfach, „Echtes“ vom „Falschen“ zu unterscheiden. Ein gutes Beispiel dafür sind die furnierten Möbel. Tipp: Beim Massivholzmöbel muss irgendwo am guten Stück das sogenannte „Hirnholz“ zu sehen sein. Holzfasern sind beim Baum länglich geformt und wachsen von unten nach oben. Wenn daher ein Stück Massivholz quer abgesägt wird, so werden dort die Jahresringe sichtbar – das „Hirnholz“. Zwar gibt es auch beim Furnier „Hirnholz“ zu sehen, aber die Dicke macht es aus. Beim Furnier ist das Hirnholz durchschnittlich nur etwa 0,6 mm dick, beim Massivholz dagegen ist die gesamte Plattenstärke als Hirnholz erkennbar.
Auf die Verarbeitung kommt es an
Was ist der Unterschied zwischen einem Beamten und Holz? Ganz klar: Holz arbeitet immer! Der klassische Witz aus der Tischlerbranche beschreibt aber ziemlich genau, warum die Be- und Verarbeitung von massivem Holz besondere Fachkenntnis voraussetzt. Holz arbeitet eben, und damit besteht auch die Gefahr des „Verziehens“, nicht nur bei massiven Holzböden, sondern auch bei Möbelstücken. Früher löste man das Problem, indem man Holz zum Austrocknen „ablagerte“. Heute wird schonend künstlich getrocknet, doch das setzt einiges an Know-how voraus. So verfügen z.B. führende Massivholzmöbelhersteller über spezielle Klimakammern, die eine optimale Feuchtigkeitsregulierung garantieren sollen. Die Kunst, die natürlichen Eigenschaften des Holzes beizubehalten, ohne dass es zu Rissen kommt, ist eines der ganz entscheidenden Qualitätsmerkmale eines guten Massivholzmöbels.
In Kauf genommen werden müssen allerdings Verwachsungen, Astlöcher und sonstige Unregelmäßigkeiten, auch können im Lauf der Jahre leichte Farbänderungen entstehen.
Klares Design
Massivholzmöbel, ob Tische, Stühle, Betten, Bänke und Polstermöbel, sind also ökologisch wertvoll, aber sind sie auch so richtig chic? Ja, wenn man nicht unbedingt auf poppig-knalliges oder verspielt-überladenes Innenraumdesign steht.
Denn Massivholzmöbel zeichnen sich in der Regel durch schlichtes, fast schon puristisches Design aus. Klare Linienführung dominiert. Und viele der exklusivsten Stücke sind ein gutes Beispiel für elegantes Understatement im besten Sinn. Gutes Design bei Massivholzmöbel erkennt man auch daran, dass dem Holz durch die Formensprache in der Gestaltung jede Schwere genommen wird. Viele Stücke wirken so ausgesprochen grazil.
Typisch aber auch, dass sich die Feinheiten und Tricks der Möbel erst auf dem zweiten oder gar dritten Blick erkennen lassen: Sei es der mehrfunktionale Tisch in Ellipsenform, der bei Bedarf durch eine innen versenkte Platte, problemlos fast um das Doppelte vergrößert werden kann, sei es, dass sich die Möbelstücke durch eine besonders exakte Verarbeitung (z.B. Tischfuß) als im Alltag äußerst belastbar erweisen.
Besonders begehrt sind zurzeit übrigens Massivholztische mit integrierten Einlegeplatten, die nicht lackiert, sondern mit biologischem Kräuteröl behandelt werden (z.B. „Team 7“). Der Vorteil: Sie sind ganz einfach auszubessern, denn Flecken oder Kratzer werden leicht abgeschliffen und erneut mit Kräuteröl behandelt. Selbst Dellen kann man bei natürlich behandelten Massivholztischen mühelos beheben – mit einem Bügeleisen und feuchtem Tuch werden sie einfach „herausgedämpft“.
Nicht billig, aber langlebig
Massiv die Qualität und leider meist auch massiv der Preis. Denn wirklich günstig sind die edlen Stücke aus bestem heimischem Holz nicht. Allerdings: Der höhere Preis rechnet sich durch eine sehr lange Lebensdauer. Zum Vergleich: Ein Tisch mit einer Spanplatte, von einer Familie regelmäßig genützt, hat eine Lebensdauer von etwa vier Jahren, ein Massivholz-Tisch hält mindestens fünfzehn Jahre.
Wirklich rechnen kann sich daher die Anschaffung nur für all jene, die sicher wissen, dass ihr Möbelgeschmack auch über einen längeren Zeitraum „modeunabhängig“ bleibt und sie sich auch nach Jahrzehnten nicht an dem Möbelstück satt gesehen haben.







Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.