Fr, 21. September 2018

Natur bedroht

27.10.2008 21:41

1.000 neue Kraftwerke in Österreich geplant

Schluchten, wilde Gebirgsklammen, aber auch ruhig fließende Abschnitte - sie alle könnten schon bald in den Stauräumen von Kraftwerken verschwinden. Denn laut Masterplan des Wirtschaftsministeriums sollen von den Ausbauplänen der Strom-Lobby nicht einmal Österreichs Naturschutzgebiete verschont bleiben.

Nach Schätzungen des Naturschutzbundes sind in den kommenden Jahren in ganz Österreich etwa 1.000 neue Kraftwerke geplant. "Laufend langen bei den Behörden neue Anträge ein", bestätigt Helmut Belanyecz, Präsident des "Kuratoriums für Fischerei und Gewässerschutz". Nicht jedes Kraftwerk wird von den Umweltschützern abgelehnt, wohl aber solche in Naturschutzgebieten.

Wie aus dem noch geheimen Wasserkraft-Masterplan durchgesickert ist, wären österreichweit viele wertvolle Landschaftsgebiete bedroht. Allein in der Steiermark sind 44 Kraftwerke in sensiblen Öko-Zonen vorgesehen. Etwa im Natura-2000-Gebiet der Schwarzen Sulm. Dieser Gebirgsfluss würde in einem fünf Kilometer langen unterirdischen Stollen verschwinden.

"Wir sind nicht generell gegen die Nutzung der Wasserkraft. Sie ist dort sinnvoll, wo es bereits Kraftwerke gibt. Doch Naturschutzgebiete wie etwa Nationalparks müssen per Gesetz für die Stromlobby zu Tabuzonen erklärt werden", fordert auch Umweltdachverband-Geschäftsführer Michael Proschek-Hauptmann.

Von Mark Perry und Werner Kopacka, Kronen Zeitung

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