29.10.2003 14:57 |

Dogville

Nicole Kidman in Lars von Triers "Dogville"

Wovor Grace (Nicole Kidman) geflohen ist, weiß keiner. Eines Nachts hat es sie in dieses US-Kaff am Fuße der Rocky Mountains verschlagen. Die schöne mysteriöse Frau darf bleiben. Doch schon bald schlägt die anfängliche Reserviertheit ihr gegenüber in brutale Ausbeutung, ja Sklaverei um... Grace wird sich rächen. Gnadenlos.
Dogville. "Hundshausen". Da phantasiert sichder dänische Regisseur Lars von Trier eine US-Kleinstadtzusammen - und das, obwohl er noch nie amerikanischen Boden betretenhat. Und er tut dies auf höchst abstrakt-ironische Art.
 
Kreidestriche am Boden skizzieren die Topographie.Rudimente von Requisiten. Nicht vorhandene Türen quietschen.Selbst der Hund "besteht" nur aus heiserem Bellen. Vieles bleibtunsichtbar. Und nicht vorhersehbar. Wie die Bösartigkeitder Bestie Mensch.
 
Eine faszinierende Parabel auf Amerikas Scheinmoralund Selbstjustiz, die eine "Geisterstadt" zur Bühne fürtödliche Feindseligkeiten macht.
 
Von Christina Krisch
Mittwoch, 16. Juni 2021
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