So, 19. August 2018

Mit 77 Jahren

13.10.2008 19:48

Tiroler Schauspieler Kurt Weinzierl gestorben

Der Tiroler Film-, Fernseh- und Volksschauspieler Kurt Weinzierl, der mit seiner Rolle als Wiener Polizeidirektor Heribert Pilch in der TV-Serie "Kottan ermittelt" breite Bekanntheit erreichte, ist tot. Der Schauspieler, Kabarettist und Regisseur verstarb - wie erst am Montag bekannt wurde -am Freitag in München im Alter von 77 Jahren. Nach Angaben seiner Agentin war Weinzierl zu Hause einer "akuten Infektion" erlegen.

"Er war nach längerer Krankheit dabei sich zu regenerieren. Ein gesunder Mensch wäre an dieser Infektion nicht gestorben", teilte die Agentin, Hannelore Dietrich, am Montag mit. Weinzierl soll am kommenden Freitag um zehn Uhr vormittags am Münchner Nordfriedhof beigesetzt werden.

"Wir trauern um eine große Persönlichkeit unseres Landes. Obwohl die Theater- und Fernsehbühnen der Welt seine Heimat waren, ist Kurt Weinzierl im Herzen doch immer ein Tiroler geblieben und war mit seiner Heimat tief verwurzelt", sagte der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) in einer Aussendung. Einen "großen Geist" hat die Geschäftsführerin der Tiroler Volksschauspiele, Silvia Wechselberger, Weinzierl genannt: "Wir verlieren einen Freund und Wegbegleiter, der bis zum Schluss ein witziger, origineller und 'altersloser' Mensch war", fügte Wechselberger hinzu. Weinzierl war einer der Gründungsväter der Volksschauspiele.

Schauspieler "der tollste Beruf der Welt"
Die Schauspielerei war für Weinzierl, der Mitinitiator der Tiroler Volksschauspiele in Telfs war, "der tollste Beruf der Welt", doch auch als Regisseur hat er zahlreiche Inszenierungen geliefert. "Beim Regieführen kann man träumen", sagte er einmal. Weinzierl inszenierte unter anderem am Bregenzer Theater am Kornmarkt die politische Farce "Der unheimliche Geliebte" von Lorenz Gutmann und Veronika Eberl. 1999 erhielt der Wahlmünchner das Österreichische Ehrenkreuz erster Klasse.

Kurt Weinzierls Werdegang
Den Durchbruch im Fernsehen feierte Weinzierl, der am 15. April 1931 in Innsbruck geboren wurde, in der Rolle des katholischen Kriegsdienstverweigerers Franz Jägerstätter in Axel Cortis Dokumentarspielfilm. Danach war er unter anderem in den TV-Serien "Ein Schloß am Wörthersee" und - an der Seite von Karl Merkatz - in "Der Spritzen-Karli" zu sehen. Weinzierl machte auch Abstecher ins internationale Kino - so war er zum Beispiel in Hans Noevers Film "Der Preis des Überlebens" mit Michel Piccoli und in Rainer Werner Fassbinders "Berlin Alexanderplatz" mit dabei.

Seinen ersten Theaterauftritt hatte Weinzierl 1943 als Statist am Tiroler Landestheater. Seine Ausbildung begann er als 17-Jähriger, fünf Jahre später kam er ans Salzburger Mozarteum. Nach seiner Abschlussprüfung kehrte Weinzierl in seine Heimatstadt Innsbruck zurück und trat mit einer kleinen Gruppe im Gasthaus Kapeller auf. Über die heimischen Landestheater in St. Pölten, Klagenfurt und Salzburg gelangte er an verschiedene deutsche Bühnen. Sein breites schauspielerisches Repertoire entwickelte Weinzierl bei mehrjährigen Engagements in Nürnberg, Braunschweig, Wuppertal und an den Münchner Kammerspielen weiter. Von 1976 bis 1981 gehörte er dem Ensemble der legendären Münchner "Lach- und Schießgesellschaft" an. 1999 erhielt der Wahlmünchner das Österreichische Ehrenkreuz erster Klasse.

ORF ändert das Programm
In memoriam Kurt Weinzierl ändert der ORF sein Programm. Neben einem Beitrag im "Kulturmontag" bringt der ORF am Dienstag (14.) um 22.45 Uhr in ORF 1 die letzte, 1984 entstandene "Kottan ermittelt"-Folge "Mabuse kehrt zurück". Am Samstag (18.) zeigt ORF 2 um 13.10 Uhr den Dokumentarspiel "Der Fall Jägerstätter" von Axel Corti (Regie) und Hellmut Andics (Drehbuch) aus dem Jahr 1971.

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