Mo, 20. August 2018

Betrüger vertraut

08.10.2008 18:56

Ehepaar bezahlt für fiktiven Arzt 70.000 Euro

Im obersteirischen Knittelfeld hat sich ein Ehepaar von einem Betrüger mindestens 70.000 Euro für nie erfolgte Arztleistungen herauslocken lassen. Ein Bekannter des Paares versprach dem kranken und unter chronischen Schmerzen leidenden 69-jährigen Mann die Vermittlung zu einem deutschen Mediziner. Erst nachdem das Ehepaar sämtliche Ersparnisse aufgebraucht hatte und einen Bankkredit aufnehmen wollte, flog der Betrug auf.

Nach einer 2005 durchgeführten Wirbeloperation litt ein 69-jähriger Knittelfelder immer wieder unter Schmerzen im Rückenbereich. Ein 59-jähriger Bekannter, ebenfalls aus Knittelfeld, vermittelte für 700 Euro einen Arzt. Nachdem sich der Gesundheitszustand des kranken Mannes nur kurzfristig besserte, folgten weitere Arztbesuche, für die der Vermittler immer wieder kleine Beträge kassierte.

Mit Anti-Schmerzmaschine geködert
Als dem 59-jährigen Frühpensionisten trotz seiner "Nebeneinkünfte" die Delogierung aus seiner Wohnung drohte, versuchte er mit der Vermittlung zu einem fiktiven deutschen Arzt weiteres Geld von dem Ehepaar zu lukrieren. Der Spezialist -  ein Professor aus Heidelberg - wäre für seine einzigartige Anti-Schmerzmaschine bekannt, so der 59-Jährige. Das Ehepaar zahlte zuerst 10.000 Euro und dann weitere kleinere Beträge für diverse "Leistungen" im Voraus. Fingierte Telefonate mit dem angeblich behandelnden Arzt sollten die Vermittlungsgespräche des 59-jährigen Mannes bestätigen.

Erst Bankangestellte wurden skeptisch
Zwischen November 2006 und September 2008 brauchte das Knittelfelder Ehepaar für die in Aussicht gestellte "Behandlung" alle Ersparnisse auf. Daraufhin borgte sich die Frau Geld bei Bekannten und Freunden aus. Als sie für weitere Zahlungen einen Kredit bei einer Bank aufnehmen wollte, wurden die Angestellten des Institutes aufmerksam und verständigten die Polizei. Der Verdächtige dürfte insgesamt mindestens 70.000 Euro kassiert haben. Bei der Einvernahme gab der 59-Jährige eine Summe von 35.000 Euro zu. Er wurde wegen schweren Betrugs angezeigt.

Symbolbild

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Steiermark
Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.

Nachrichten aus meinem Bundesland
Die Bekanntgabe Ihres Bundeslandes hilft uns, Sie mit noch regionaleren Inhalten zu versorgen.