So, 19. August 2018

Trendumkehr

23.09.2008 17:09

Aktuelle Umfragen sehen Obama vor McCain

Die US-Finanzkrise beschert Barack Obama neuen Aufwind. Der demokratische US-Präsidentschaftskandidat liegt neuesten Umfragen zufolge wieder vor seinem republikanischen Gegner John McCain. Nach einem vom TV-Sender CNN errechneten Durchschnitt der derzeit vorliegenden Umfragen erhält Obama 49 Prozent der Wählerstimmen. Auf McCain entfielen demnach lediglich 44 Prozent, berichtete der Sender am Montag (Ortszeit). Sieben Prozent seien noch unentschlossen, für wen sie sich beim Urnengang am 4. November entscheiden sollten.

Auch in einigen entscheidenden und besonders umkämpften US-Staaten liegt Obama laut CNN-Umfragen vorn. So führe er in Wisconsin mit 48 zu 45 Prozent vor McCain, in Pennsylvania mit 47 zu 44 Prozent.

Ursache für die wieder besseren Werte des schwarzen Senators ist Meinungsumfragen zufolge die schwere Krise auf den US-Finanzmärkten. Nach einer Befragung des Senders meinen 47 Prozent der Amerikaner, die regierenden Republikaner seien eher verantwortlich dafür. Lediglich 24 Prozent sehen die Schuld eher bei den Demokraten.

Palin brachte McCain nach vorn
In den vergangenen Wochen war der 47-jährige Obama erheblich in die Defensive geraten. In einigen Umfragen lag McCain (72) bereits vorn, vor allem die Ernennung von Sarah Palin als Vize-Kandidatin hatte ihm Aufwind verschafft. Als wichtiges nächstes Datum, das über den Wahlausgang entscheiden könnte, steht am Freitag die erste Fernsehdebatte der beiden Präsidentschaftskandidaten auf dem Programm.

Obama: Abstriche bei Wahlkampfprogramm möglich
Obam hat unterdessen am Dienstag angedeutet, sein ausgabenintensives Wahlprogramm angesichts der Finanzkrise möglicherweise zu reduzieren. Im Wahlkampf versprochene Maßnahmen im Bereich des Gesundheits- und Bildungswesens könnten sich somit verzögern. Konkurrent McCain, der das 700 Milliarden Dollar (475 Milliarden Euro) schwere Rettungsprogramm der US-Regierung für die Banken befürwortet, will im Falle seines Sieges keine Steuererhöhungen durchsetzen.

Obama sagte, die Umsetzung seines Programms hänge von der Haushaltslage der USA ab. Bevor er Entscheidungen treffe, werde er die Steuereinnahmen beobachten. Mit Blick auf das von der US-Regierung geplante umfangreiche Finanzpaket zur Stabilisierung der Banken sagte der Präsidentschaftskandidat am Dienstag im Fernsehsender NBC, wahrscheinlich werde er im Falle eins Wahlsiegs die versprochenen Initiativen zur Verbesserung des Gesundheitswesens, der Bildung oder im Bereich der Energie hinauszögern. Der Demokrat übte Kritik an den Rettungsplänen und forderte mehr Klarheit über die geplanten Vorhaben der Regierung. Die enormen Ausgaben seien letztlich nur gerechtfertigt, wenn sie arbeitenden Familien zugutekämen, Arbeitsplätze schafften und Haushaltskürzungen oder Steuererhöhungen verhinderten.

McCain auf Stimmenfang: Keine Steuererhöhungen
Auf das Thema Steuern setzte auch der Republiker McCain. Er sagte, das US-Finanzsystem befände sich in der schlimmsten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. Er kündigte an, er werde im Fall seines Wahlsiegs trotz der ausufernden Staatsschulden nicht die Steuern erhöhen. Die Geschichte zeige, dass Steuererhöhungen in schweren wirtschaftlichen Zeiten die Probleme nur verschlimmerten, erklärte der Kriegsveteran. McCain hatte sich am Dienstag auch über die angebliche Parteilichkeit der renommierten Tageszeitung "New York Times" beklagt. Sie sei eine "Vereinigung von Obama-Befürwortern", beklagte der Republikaner die seiner Meinung nach mangelnde Objektivität des Blattes.

Außenpolitischer Crashkurs für Palin vor UN-Vollversammlung
Die umstrittene Vizepräsidentschaftskandidatin Sara Palin bereitete sich unterdessen auf ihre ersten Treffen mit ausländischen Staatsmännern vor. Am Rande der UN-Vollversammlung in New York wollte sie am Dienstag und Mittwoch acht Staats- und Regierungschefs treffen - gewissermaßen ein außenpolitischer Crash-Kurs für die als unerfahren geltende 44-jährige Gouverneurin von Alaska. Sie traf am Dienstag auf den kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe, auch Begegnungen mit dessen afghanischen Amtskollegen Hamid Karzai, dem georgischen und dem ukrainischen Präsidenten, Michail Saakaschwili und Viktor Juschtschenko standen auf dem Programm.

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