Do, 16. August 2018

Jammer statt Star

16.09.2008 14:49

Mit Sting-Konzert um 96.000 Euro geprellt

Eine ländliche Posse spielt sich derzeit in der oststeirischen 5.000-Einwohner-Kleinstadt Gleisdorf ab, wo die Gemeindeväter ein Konzert von Megastar Sting in ihren Ort holen wollten. Die Gemeinde hatte einer Agentur satte 96.000 Euro als Anzahlung überwiesen. Jetzt ist statt Sting Katzenjammer angesagt: Agentur im Konkurs, Konzert geplatzt, wer ist schuld am Debakel? Nun prüft die Landes-Gemeindeaufsicht.
Gleisdorf hat einen guten Namen - als Jazzstadt. Doch man wollte höher hinaus. Mit einem Kaliber wie Sting. Auch die Provinz rockt, zeigen wir den Großstädtern die Nase, schien das Motto. Mit einer obersteirischen Agentur wurde ein Vertrag über die doch satte Gage von 240.000 Euro für "Sting & Band" abgeschlossen. Plus Mehrwertsteuer, plus Kartenbeteiligung.

Ein Drittel der Nettogage als Anzahlung
Die Beteiligung des Stars an den Karteneinnahmen wäre auch nicht ohne gewesen: 70 Prozent von den 52 Euro, die ein Ticket kosten sollte, für den Künstler, 30 Prozent für die Gemeinde. Und 96.000 Euro überwies die Stadt gleich einmal der Agentur (einer Liebscher & Lugitsch KEG, Event Connection) als Anzahlung.

Agentur meldete Konkurs an
Doch statt Sting ist jetzt Katzenjammer angesagt. Die Agentur hat Konkurs angemeldet, keine Show. Über den finanziellen Status, sprich: die Überschuldung, gibt es noch keinen Überblick. Brancheninsider gehen davon aus, dass aus der Konkursmasse nicht viel zu holen ist. Irgendwie erinnert alles an eine ländliche Posse...

Von Gerhard Felbinger und Gerald Schwaiger, Kronen Zeitung

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