Kirche "erleichtert"

“Dieser Mann ist doch nur ein armer Teufel”

Steiermark
24.07.2008 14:04
"Wenn ich mit ihm vorher ins Gespräch gekommen wäre, dann hätte er das nicht tun müssen, weil ich ihm was gegeben hätte" - Pfarrer Josef Konrad hat Mitleid mit dem "armen Teufel", der in der Kirche von Sankt Nikolai im Sausal einen Opferstock plündern wollte. Die Haushälterin des Geistlichen verjagte den Mann, der dann wenig später von der Polizei gefasst wurde.

Es war am Dienstag gegen 9.45 Uhr, als der Oststeirer zur bösen Tat schritt. Als er sich am Opferstock zu schaffen machte, kam die Haushälterin des Pfarrers in die Kirche - weil ihr, laut Polizei, das Auto des Täters verdächtig erschienen war. Der Pfarrer sagt, es sei Zufall gewesen. 

Bereits mehrere Opferstöcke geplündert
Als die Frau den 30-Jährigen zur Rede stellte, flüchtete er. Da sie ihn gut beschreiben konnte und sich das Kennzeichen seines Wagens gemerkt hatte, wurde er wenig später in Leibnitz gefasst. Jetzt ist er in Haft - weil er nicht nur in der Steiermark, sondern auch im Burgenland und in Niederösterreich eine Reihe von Opferstock-Einbrüchen verübt haben soll. 

Pfarrer: "Die ganze Sache hat uns deprimiert"
Für Pfarrer Josef Konrad ist das aber kein Grund, den Oststeirer zu verdammen: "Die ganze Sache hat uns alle sehr deprimiert! Der Mann ist ein armer Teufel, der wegen seiner Spielsucht kein Geld besitzt. Ihm ist das alles peinlich und er hat sich mehrmals entschuldigt." Und dann geht der Herr Pfarrer mit all jenen, die vorschnell über jemanden urteilen, hart ins Gericht. "Manche sagen ohne zu überlegen, dass so ein Mensch ein Gauner ist. Doch dabei beachten sie nicht, dass sich da oft viel Leid dahinter verbirgt ..."

von Peter Riedler, "Steirerkrone"
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