Dreikampf in Kitz

Spirig und Rana siegen beim Triathlon-Weltcup

Sport
20.07.2008 16:02
Der Triathlon-Weltcup in Kitzbühel ist am Sonntag bei den Damen wie im Vorjahr im Sprint entschieden worden. Die Schweizerin Nicola Spirig (im Bild) setzte sich nach 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen in zwei Stunden und 6,9 Sekunden vor der überraschend starken Französin Carole Peon durch. Die im Vorjahr zweitplatzierte Tirolerin Eva Dollinger wurde als beste Österreicherin mit 1:36,9 Minuten Rückstand Zwölfte. Bei den Männern siegte der Spanier Ivan Rana überlegen mit 6,2 Sekunden Vorsprung auf den Neuseeländer Kris Gemmell. Enttäuschend das Abschneiden der Österreicher, Andreas Giglmayr wurde als bestplatzierter ÖTRV-Athlet mit 2:18 Minuten Rückstand 27.

Das Rennen der Damen war durch das Wetter leicht beeinträchtigt, bis eine halbe Stunde vor dem Start hatte es geregnet. Die damit einhergehende Abkühlung machte nicht nur Dollinger zu schaffen, auch Vorjahres-Siegerin Andrea Hewitt kämpfte vor allem im Wasser mit der Kälte. Die Neuseeländerin wurde jedoch immerhin hinter ihrer Landsfrau Samantha Warriner Vierte, wogegen sich Dollinger erfolglos um eine Platzierung in den Top Ten bemühte.

Dollinger hatte Probleme mit der Kälte
"Ich hatte beim Schwimmen und am Rad Probleme mit der Kälte", erklärte die 30-Jährige. "Meine Muskulatur hat zugemacht, ich hatte keine guten Beine." Dennoch befand sich die EM-Siebente nach dem Radfahren in der 19-köpfigen Spitzengruppe, aufgrund des nassen Asphalts waren nur wenig Ausreißversuche lanciert worden. Aber schon in dieser zweiten Disziplin waren Spirig und ihre Landsfrauen bei den absoluten Aktivposten.

Etwa zur Halbdistanz der über vier Runden angesetzten Laufstrecke setzten sich Spirig und Peon ab, die größere Spurtfähigkeit entschied schließlich zu Gunsten der 26-jährigen Eidgenossin. "Nach eineinhalb Laufrunden habe ich gespürt, dass ich sehr gute Beine habe", meinte Spirig zu ihrem zweiten Weltcup-Erfolg nach jenem in Eilat/Israel 2007. "Hinsichtlich Olympia ist so ein gutes Resultat wichtig für das Selbstvertrauen."

"Nicht so ein Flow wie letztes Jahr"
Dieses holten sich die voraussichtlichen ÖOC-Teilnehmerinnen Dollinger und Haiböck nicht. "Ich war total optimistisch und wollte meinen Vorjahres-Erfolg wiederholen", erläuterte Dollinger. "Daher ist das hier schiefgelaufen, es war nicht so ein Flow wie letztes Jahr. Vor allem beim Laufen bin ich nicht in den Rhythmus gekommen. Wegen Olympia mache ich mir aber keine zu großen Sorgen."

Grund dafür sind das gute Training und die guten Werte in den vergangenen Wochen. Das bestätigte auch Trainer und Ehemann Helmut Dollinger: "Eva ist mindestens so gut drauf wie bei Rang zwei im Vorjahr. Der Unterschied ist, dass sie damals vor Kitzbühel Rennen hatte." Diesmal fehlte seiner Ehefrau demnach nach achtwöchiger Wettkampfpause die Rennpraxis.

Haiböck auf Rang 20
Ähnlich argumentierte Tania Haiböck. Die Oberösterreicherin erbrachte mit Rang 20 gerade noch ihr Minimalziel, war aber schon nach dem Schwimmen abgeschlagen gewesen. "Danach war nicht viel mehr drinnen", erzählte die 34-Jährige, in der zweiten Radgruppe am aktivsten. "Ich habe am Rad und beim Laufen gespürt, dass meine Beine nicht frisch sind. Wichtig war, wieder einmal ein Rennen zu haben und durchzuputzen."

Positiv überraschte die Wienerin Lydia Waldmüller mit Rang 19. Die 20. der U-23-WM 2007 in Hamburg ist gelernte Schwimmerin, hielt sich aber auch beim Radfahren in der Spitzengruppe. "Im Training ist beim Laufen viel weitergegangen", analysierte Waldmüller ihre Leistung in der Abschlussdisziplin. Ihr nächster Höhepunkt ist die U23-EM Anfang September in Spanien, danach kommt sie zum Bundesheer. Langzeit-Ziel ist Olympia 2012 in London.

Franz Höfer zieht Nennung zurück
Für das anschließende Herren-Rennen zog Franz Höfer seine Nennung zurück. "Ich bin einfach zu ausgepowert", erklärte der Salzburger dazu. Höfer wird bei Olympia nicht dabei sein, sein internationaler Quotenplatz wurde an den Weltverband ITU zurückgegeben, da er die nationalen Limiterfordernisse nicht erbracht hatte.

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