Zimmerpflanzen
Ab in den Urlaub!
Die wichtigste Urlaubs-Regel gilt für Pflanzen wie für Menschen gleichermaßen: Zu rasche und zu plötzliche Übergänge und Wechsel schaden eher, als dass sie Nutzen bringen. Wahrer Stress etwa stellt für die Pflanzen ein unvorbereiteter Licht- und Temperaturwechsel dar. So ist z.B. das Licht im Freien wesentlich stärker als in den Zimmern. Tipp: Am besten stellt man die Pflanzen am späten Nachmittag oder bei bedecktem Himmel um. Für die ersten Tage im Freien eignen sich zur Eingewöhnung ganz besonders lauschig-schattige Plätze.
Allerdings: Nicht alle Pflanzen - auch derselben Gattung - sind gleich und so können sie auch ganz unterschiedlich reagieren. Es gibt etwa Pflanzen, die generell nicht gut auf Standortänderungen reagieren, gleich, ob in geschlossenen Räumen oder im Freien. Auch verträgt sich nicht jede Pflanze mit jeder Pflanze. Also, ein wirkliches Patenrezept für völlig gefahrloses Übersiedeln ins Freie gibt es nicht.
Schatten oder pralle Sonne?
Haben sie sich dann so langsam und stressfrei an das intensivere Licht gewöhnt, fühlen sich die meisten „grünen Sommerfrischler“ im lichten Schatten wohl: Etwa unter einem Baum im Garten oder in einer halbschattigen Ecke auf Balkon oder Terrasse.
Nordbalkonen, die eigentlich als die „Stiefkinder“ der Sommerpflanzen gelten, schlägt jetzt ihre Stunde, denn für den Aufenthalt der Zimmerpflanzen im Freien sind sie bestens geeignet. Zusätzlich ergibt sich so eine gute Gelegenheit, den kahlen Balkon während der Sommermonate übergangsweise wohnlich zu begrünen.
Mediterrane Gewächse wie etwa viele Palmenarten oder die hübschen Zitronen- und Orangenbäumchen bevorzugen dagegen möglichst sonnige Plätze und Farne mögen es gerne kühl und ganz schattig.
Vorsichtshalber jedoch den Fachmann fragen, wenn man sich nicht ganz sicher ist.
Regen erwünscht, Wind verboten
Die meisten Zimmerpflanzen sind angenehme und vor allem anspruchslose Sommergäste im Freien. Vorausgesetzt, das überschüssige Wasser kann problemlos abfließen, muss der Standort keineswegs regengeschützt sein. Im Gegenteil, das weiche Regenwasser spült die verstaubten Blätter gründlich ab, was den Pflanzen ganz besonders gut bekommt.
Tipp: Vor dem Umzug ins Freie nicht vergessen, die Pflanzen aus ihren zimmertauglichen Übertöpfen zu nehmen!
Eine Ausnahme stellen lediglich Pflanzen mit empfindlichen oder behaarten Blättern dar. Diese benötigen einen geschützten Standplatz unter einem Dach oder Balkonvorsprung.
Schutz brauchen die Zimmerpflanzen im Freien aber jedenfalls gegen Wind und angesichts der auch bei uns immer stärker werdenden Windstärken muss darauf ganz besonders sorgfältig geachtet werden.
Regelmäßiges Pflegeprogramm
Auch wenn die Pflanzen Urlaub haben, in der Pflege darf es keine Pause geben. Regelmäßiger Dünger und die gewohnte Fürsorge schätzen die Zimmerpflanzen auch in ihrer Sommerresidenz. Vorsicht ist deshalb auch beim Gießen geboten. Zu kaltes Wasser ist tabu und wer jetzt von der Gießkanne des „Zimmerbetriebs“ auf den (bequemeren!) Gartenschlauch wechseln will, muss auch weiterhin auf die richtige Wassertemperatur achten. Auch der Schädlingsschutz darf nicht vernachlässigt werden.
Traurig, aber wahr: Auch Pflanzen sind gegen die „Nach-Urlaubsdepression“ nicht gefeit! Es kann also durchaus vorkommen, dass nach Urlaubsende im Spätsommer in der altgewohnten Zimmerumgebung erst einmal kräftig die Blätter fallen. In den meisten Fällen stellt dies aber keinen Grund zur Sorge dar: Im umgekehrtem Weg passen sich die Pflanzen lediglich wieder den (schlechteren) Lichtverhältnissen in den geschlossenen Räumen an.







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