Mo, 18. Juni 2018

Zurück zum Alltag

19.06.2008 14:42

In Innsbruck hat der große Abbau begonnen

Viel ist in der Host-City Innsbruck von der EURO nicht mehr übrig. Unmittelbar nach dem Spiel Russland gegen Schweden hat in der Nacht zum Donnerstag an allen Ecken und Enden das große Abbauen begonnen. In der Altstadt, wo sich wenige Stunden zuvor noch die Fanmassen drängten, ein gewohntes Bild: Touristen bestaunen in aller Ruhe die alten Gemäuer. Weder "Sverige!" noch "Rossija!" tönt aus den engen Gassen, kein spanischer Super-Fan mehr am Goldenen Dachl.

Während die Russen offenbar auch noch am Nachmittag ihren schweren Kopf vom Feiern im Club Rai ausruhen mussten, plagte die schwedischen Fans eine ganz andere Katerstimmung: Nach der Pleite vom Mittwoch im Tivoli-Stadion haben sie das "Camp Sweden" am Natterer See blitzartig verlassen. Betreiber Georg Giner sprach von einem "wahren Exodus".

An Spitzentagen wurden 2.500 Leute gezählt, allein am Donnerstag sind bisher 1.500 Blau-Gelbe abgereist. Seit kurzem seien deshalb auch Nicht-Schweden im Camp zugelassen, erklärte Giner augenzwinkernd. Spätestens am Freitag, dürfte das EURO-Ausscheiden vergessen sein: An die 500 Menschen werden das traditionelle Midsommarfest feiern.

"Null Zwischenfälle"
"Bessere Fans kann man sich gar nicht wünschen." Die Party sei jeden Tag rauschend gewesen, berichtete der Campingplatz-Betreiber. Bei "null Zwischenfällen" wurde rund um die Uhr gefeiert und offenbar auch getrunken: An die 25.000 Liter Bier haben Giner und seine Mitarbeiter verkauft, nicht eingerechnet der Gerstensaft, den sich die Schweden im Supermarkt besorgt haben. Knapp 150 Kilo Fleischbällchen wurden täglich konsumiert, gefolgt von Wiener Schnitzel und Pizza.

Weniger getrunken und gegessen werden dürfte künftig an den Ständen in der Innsbrucker Innenstadt. Eine Reduktion ist bereits angedacht. Ein rauschendes Fußballfest wird aber auch an den kommenden Tagen gefeiert. Die Public-Viewing-Einrichtungen werde nicht ab-, sondern vermutlich sogar noch ausgebaut. Das kollektive EURO-Schauen runden bis zum Ende der Europameisterschaft weiter attraktive kulturelle Veranstaltungen ab. "Schluss ist erst, wenn der Schiedsrichter abgepfiffen hat", heißt es bei der Stadt.

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