Fabelzeit

Günther Weidlinger unterbietet Olympia-Limit

Sport
05.05.2008 12:43
Mit dem neuen österreichischen Rekord von 27:36,46 Minuten hat Günther Weidlinger am Sonntag in Stanford im US-Bundesstaat Kalifornien das Olympia-Limit über 10.000 Meter von 28:08 klar unterboten. Der Oberösterreicher vom SU IGLA long life wurde hinter dem Australier Craig Mottram (27:34,48), WM-Dritter über 5.000 Meter in Helsinki 2005, Zweiter. Vor Weidlinger hat von Österreichs Leichtathleten erst Eva Maria Gradwohl im Marathon ebenfalls mit ÖLV-Bestleistung das Olympia-Limit geknackt, beide Rekorde müssen aber erst ratifiziert werden.

In dem hochklassigen Feld des "Cardinal Invitational Meetings" blieb Weidlinger bei perfekten Bedingungen von acht Grad Celsius und Windstille 6,5 Sekunden unter dem seit 26. Juni 1982 in Oslo geltenden Rekord von Dietmar Millonig (27:42,98 Minuten). Rang drei ging an den Kenianer Josephat Boit in 27:40,64 Minuten.

"Ich bin überaus zufrieden, so ein Rennen muss man erst einmal erwischen", gab sich Weidlinger nach dieser Top-Leistung überglücklich. "Die Zeit von 27:36 muss ich erst verarbeiten. Ich habe mit 27:50 gerechnet. Sorgen um das Olympialimit habe ich mir während des Rennens nie gemacht. Wir sind die ersten 5.000 Meter in 13:59 Minuten durchgelaufen. Das war langsamer als erwartet. Ich hatte das Gefühl, als ob ich joggen würde. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir sicher, dass ich das Limit auf jeden Fall schaffen werde."

Rasanter Rennverlauf
Nach dem eher zurückhaltenden Anfangstempo wurde das Rennen von Runde zu Runde schneller. "Den neunten Kilometer bin ich in 2:42 Minuten gelaufen, den zehnten in 2:33 Minuten, die letzte Runde unter 60 Sekunden. 800 Meter vor dem Ziel hat Craig Mottram das Tempo verschärft. Hier habe ich eine kleine Lücke aufgerissen, die ich nicht mehr schließen konnte. Der Abstand zwischen uns ist aber bis zum Schluss gleichgeblieben", erzählte Weidlinger den Rennverlauf.

Der 30-Jährige, der sich vier Wochen lang mit Vater und Trainer Heinrich Weidlinger im bekannten Höhentrainingszentrum Boulder in Colorado vorbereitet hat, darf sich auf seine dritten Olympischen Spiele freuen. Die Hallensaison hat er bewusst ausgelassen und u.a. auch in Südafrika für das Rennen in Stanford trainiert. "Ich denke, der Aufwand hat sich gelohnt. Jetzt kann ich einmal feiern."

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