Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
24.08.2017 - 13:22
Migrationsexperte Sir Paul Collier fordert die Schließung der Mittelmeerroute.
Foto: AP, AFP, krone.at-Grafik

Sir Collier: "Mittelmeerroute natürlich schließen"

24.06.2017, 08:39

Schützenhilfe von unerwarteter Seite für Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) : Der britische Migrationsexperte Sir Paul Collier hat die Schließung der Mittelmeerroute gefordert. Die Tatsache, dass der Weg nach Europa für Flüchtlinge und Migranten nur über Menschenschmuggler über das Mittelmeer funktioniere, sei keine sinnvolle Art, mit Migration umzugehen.

Es müsse "klarerweise eine legale Route für Asylberechtigte nach Europa" geben. Die Mittelmeerroute im Allgemeinen ist laut Collier moralisch nicht zu vertreten, da man Menschen dazu ermutige, auf Basis falscher Vorstellungen großer Chancen in Europa ihr Leben Schlepperbanden anzuvertrauen. "Wir haben moralische Verpflichtungen gegenüber Flüchtlingen. Wir brauchen zumindest einen sicheren Zufluchtsort, der Menschen aufnimmt."

"Migranten müssen an ihren Zufluchtsorten arbeiten dürfen"

Diese Zufluchtsorte sind zehn Staaten, die bereits den Großteil der Flüchtlinge aufgenommen haben und sich in der Nähe der Krisenherde befinden. Zwei von ihnen sind Jordanien und Äthiopien, wo bereits Arbeitsplätze sowohl für die lokale Bevölkerung als auch für die Flüchtlinge geschaffen würden.

Foto: AFP or

Denn Flüchtlingen müsse es an ihrem Zufluchtsort erlaubt sein zu arbeiten. Wenn man die Flüchtlingsboote im Mittelmeer abfange und die Menschen an Orte schicke, wo sie Arbeit finden könnten, werde man das Schleppergeschäft beenden, zeigte sich Collier überzeugt. "Den jungen, gut situierten Menschen, die mit der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Europa kommen, muss stattdessen durch Investitionen die Möglichkeit auf einen sicheren Arbeitsplatz im eigenen Land gegeben werden."



Laut dem für seine Forschungen geadelten Professor aus Oxford ist der richtige Weg, den Flüchtlingsstrom zu stoppen, in den afrikanischen Ländern zu investieren. Die öffentlichen Gelder reichten dafür jedoch nicht aus. Daher müsse man mit öffentlichen Mitteln die privaten Investitionen in Afrika fördern.

Sir Paul Collier
Foto: AFP

"Europa hat bereits zu viel gedroht, gepredigt und bestochen"

Ländern die Entwicklungshilfe zu streichen, wenn sie Flüchtlinge nicht zurücknähmen , halte er für den falschen weg, das sei "weder notwendig noch moralisch vertretbar". "Europa hat bereits zu viel gedroht, gepredigt und bestochen", sagte Collier. Man müsse Afrika "eine Partnerschaft auf Augenhöhe anbieten".

"Die Schande der vergangenen Jahre war es, dass diesen Ländern nicht geholfen wurde" betonte Collier. Man dürfe sich nicht in Extremen bewegen: "Diese Situation ist zu wichtig, um nicht unsere Herzen zu verwenden. Wir müssen Mitgefühl zeigen, aber wir müssen auch unseren Kopf verwenden, um herauszufinden, wie wir dieses Mitgefühl, diese Hilfe leisten", fügte Collier hinzu.

Redaktion
krone.at
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum