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10.12.2016 - 15:25
Foto: AP, APA/AFP/KNCA VIA KNS/KCNA, APA/AFP/KNCA VIA KNS/KCNA

Nordkorea will offiziell "Atomwaffenstaat" sein

11.09.2016, 12:44

Nach seinem erneuten Atomwaffentest hat Nordkorea seine Anerkennung als "Atomwaffenstaat" gefordert. Die Weigerung von US- Präsident Barack Obama, Nordkoreas "strategische Position als legitimer Atomwaffenstaat" anzuerkennen, sei so unsinnig, wie zu versuchen, "die Sonne mit seiner Handfläche zu verdecken", so das Außenamt in Pjöngjang am Sonntag. Die USA, Japan und Südkorea drängen auf neue Sanktionen.

Ein nordkoreanischer Außenamtssprecher verteidigte den Atomwaffentest als notwendige Reaktion auf die atomare Bedrohung durch die USA. Laut der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA kündigte er zudem an, die Atomstreitkraft "in Qualität und Quantität" weiter auszubauen. Bereits die Parteizeitung "Rodong Sinmun" hatte den Test als Reaktion auf die "einseitige nukleare Erpressung" durch die USA bezeichnet.

Südkorea, Japan und USA alarmiert

Der US- Sondergesandte für Nordkorea, Sung Kim, kündigte nach einem Treffen mit seinem japanischen Kollegen Kenji Kanasugi in Tokio an, im UNO- Sicherheitsrat und darüber hinaus "eng zusammenzuarbeiten, um die stärksten möglichen Maßnahmen gegen Nordkoreas jüngste Aktionen zu beschließen". Kanasugi sagte, Südkorea, Japan und die USA würden ihr Vorgehen koordinieren, um weitere Sanktionen zu erreichen.

Ein südkoreanischer Experte zeigt das Epizentrum der Erdbebenwellen nach dem nordkoreanischen Test.
Foto: APA/AFP/YONHAP

Der Sicherheitsrat hatte am Freitag wenige Stunden nach dem erneuten Atomtest Nordkoreas bei einer Dringlichkeitssitzung in einer einstimmig verabschiedeten Erklärung angekündigt, nach Artikel 41 der UN- Charta "unverzüglich" angemessene Maßnahmen zu erarbeiten und eine Resolution zu formulieren. Artikel 41 regelt die Möglichkeiten gewaltloser Maßnahmen wie Wirtschaftssanktionen.

Bisher stärkste Testbombe

Nordkorea hatte am Freitag nach eigenen Angaben einen "neu entwickelten Atomsprengkopf" gezündet. Der südkoreanischen Regierung zufolge handelte es sich um den bisher intensivsten Atomwaffentest Nordkoreas. Laut dem Verteidigungsministerium in Seoul wurde eine Detonationsstärke von rund zehn Kilotonnen gemessen. Die Atombombe, die 1945 über dem japanischen Hiroshima abgeworfen worden war, hatte eine Sprengkraft von rund 15 Kilotonnen.

Start einer ballistischen nordkoreanischen Rakete
Foto: AP

Seit dem ersten Atomwaffentest Nordkoreas 2006 hat der UN- Sicherheitsrat bereits fünf Runden von Sanktionen verhängt, doch hielten sie das Regime um Diktator Kim Jong Un nicht davon ab, immer wieder Atombomben und Raketen zu testen. Experten sind sich einig, dass Nordkorea über mehrere Atomsprengköpfe verfügt. Bisher wurde die Fähigkeit des Landes, eine Interkontinentalrakete mit einem Atomsprengkopf zu bestücken, allerdings angezweifelt.

Auch China kritisiert Kims Aggression

Der neuerliche Atomtest wurde international einhellig verurteilt - selbst Nordkoreas engster Verbündeter China reagierte empört. Der chinesische UN- Botschafter Liu Jieyi betonte nach der Dringlichkeitssitzung im Sicherheitsrat die Notwendigkeit, gemeinsam auf eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel hinzuarbeiten. Beide Seiten müssten jede Provokation vermeiden.

11.09.2016, 12:44
AG/red
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