Werbung
Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
04.12.2016 - 16:03
Die regierungskritischen Proteste wurden durch einen Angriff auf ein Plattengeschäft ausgelöst.
Foto: APA/AFP/OZAN KOSE

Musikfans attackiert: Wütender Protest in Istanbul

19.06.2016, 15:37

Die türkische Polizei ist am Samstag in Istanbul massiv mit Tränengas und Wasserwerfern gegen Hunderte regierungskritische Demonstranten vorgegangen. Während der stundenlangen Proteste gegen die regierende AKP- Partei riefen die Demo- Teilnehmer "Faschisten" und "Mörder". Mehrere Menschen wurden festgenommen. Auslöser war ein Angriff auf Fans der Rockgruppe Radiohead  am Vorabend.

Dabei hatten mehrere Männer ein Musikgeschäft in der Nähe des Taksim- Platzes gestürmt, in dem junge Menschen das neue Album der Band gehört hatten. Während der Veranstaltung im für Muslime heiligen Fastenmonat Ramadan sei Alkohol getrunken worden, hieß es zur Begründung des Angriffs.

Dieses Video zeigt den Angriff:

Radiohead verurteilte den Angriff auf den Plattenladen. Es sei ein Akt "gewalttätiger Intoleranz", so die britische Rockband am Samstag im Magazin "Rolling Stone". Die Musiker sprachen ihren Fans nach dem Vorfall ihr Mitgefühl aus: "Wir schicken unseren Fans in Istanbul unsere Liebe und Unterstützung", hieß es in einer Mitteilung. Die Band hoffe, dass solche Angriffe bald der fernen Vergangenheit angehören.

Sänger Thom Yorke verurteilt die "gewalttätige Intoleranz" gegen Fans seiner Band Radiohead.
Foto: APA/AFP/PATRICK KOVARIK

Regenbogenparade wegen Sicherheitslage untersagt

Unter Hinweis auf die Sicherheitslage haben die Behörden unterdessen eine bis zum Monatsende geplante Gay- Pride- Parade untersagt. Islamisten und Rechtsextreme hatten gedroht, die Parade zu verhindern. Vergangenes Jahr war eine ähnliche Kundgebung von der Polizei aufgelöst worden. Die Veranstalter kündigten rechtliche Schritte an und kritisierten, das Verbot verstoße gegen die Verfassung.

Erdogan will Gezi- Bauprojekt wiederbeleben

Für Spannungen dürfte auch die Ankündigung von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sorgen, den Istanbuler Gezi- Park doch noch bebauen zu lassen. "Wir werden dort dieses historische Werk errichten", sagte er nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag bei einer Rede in Istanbul. Das erfordere "Mut". Erdogan bezieht sich damit auf Pläne von vor drei Jahren, auf dem Parkgelände neben dem zentralen Taksim- Platz den Nachbau einer osmanischen Kaserne mit einem Einkaufszentrum zu errichten.

Demonstrationsverbot auf Taksim- Platz

Im Juni 2013 hatten sich landesweite Proteste an dem Projekt entzündet. Die Demonstrationen richteten sich schnell gegen den autoritären Regierungsstil Erdogans, der damals noch Ministerpräsident war. Die türkische Polizei schlug den Protest brutal nieder, mindestens sieben Menschen kamen ums Leben. Erdogan ist seit Sommer 2014 Staatspräsident. Auf dem zentralen Taksim- Platz wurden seit den Gezi- Protesten keine Demonstrationen mehr erlaubt.

19.06.2016, 15:37
AG/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum