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30.09.2016 - 22:16
Einsatzkräfte vor dem Haus, in dem die Frau gefunden wurde
Foto: APA/AFP/dpa/Josef Reisner

D: Polizei befreit Frau aus Wohnung der Mutter

19.04.2016, 16:33

Eine erschreckende Entdeckung haben Polizisten am Dienstag bei einer Zwangsräumung in der bayrischen Stadt Rosenheim gemacht: In einer heruntergekommenen Wohnung fanden sie eine verwahrloste junge Frau, die dort möglicherweise über Jahre hinweg eingesperrt war. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich um die geistig behinderte 26 Jahre alte Tochter der Wohnungsinhaberin.

Die Wohnungsbesitzerin hat sich den Angaben zufolge Dienstagfrüh im Stiegenhaus aus dem zweiten Stock in die Tiefe gestürzt, als der Gerichtsvollzieher bei ihr läutete. Rettungskräfte brachten die 54- Jährige mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus.

Frau in abgesperrtem Zimmer entdeckt

"Es ist ein tragischer Fall", sagte der Polizeisprecher. Die Beamten seien eingeschaltet worden und hätten eine "völlig verwahrloste, heruntergekommene Wohnung" vorgefunden. Die Tür zu einem Zimmer in der Wohnung sei abgeschlossen gewesen, sodass die Beamten sie eintreten mussten. Dahinter hätten sie die "ebenso völlig verwahrloste" 26- Jährige entdeckt.

Das Haus, in dem die Frau von ihrer Mutter gefangen gehalten wurde
Foto: APA/AFP/dpa/Sven Hoppe

Mit der jungen Frau könne man nicht sprechen, sie sei in eine psychiatrische Fachklinik gebracht worden. Auch ihre Mutter sei derzeit nicht ansprechbar. Bei den Behörden waren nach Angaben des Sprechers nur die beiden Frauen als Bewohner der Wohnung gemeldet.

"Möglicherweise mehrere Jahre" gefangen

Wie lange die 26- Jährige in der Wohnung festgehalten wurde und ob sie ständig in ein und demselben Raum eingesperrt war, konnten zunächst weder Staatsanwaltschaft noch Polizei einschätzen. "Möglicherweise mehrere Jahre", sagte ein Polizeisprecher. Das müsse aber noch genauso geklärt werden wie die Frage, ob sich die 26- Jährige zwischenzeitlich frei in der Wohnung bewegen habe können. Die Ermittler wollen nun unter anderem Nachbarn zu der Familie und den Lebensumständen befragen.

19.04.2016, 16:33
AG/red
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