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21.01.2017 - 09:28
"Tara" tot im Wasser liegend
Foto: zVg

Vogel- Jäger schossen Salzburger Waldrappe ab

13.10.2016, 10:01

Die Waldrappe "Tara" und "Kato" hatten das Pech, genau in die eröffnete Jagdsaison in Italien zu geraten: Millionen Singvögel werden dort jährlich illegal vom Himmel geschossen, dass die Waldrappe aus Salzburg eine bedrohte Spezies sind, war den Wilderern egal. Dementsprechend groß ist die Wut in Salzburg.

Der fünf Jahre alte, auf dieser Flugroute erfahrene "Tara" wurde vor zwei Tagen bei Vicenza in Venetien vermutlich mit einem Luftdruckgewehr abgeschossen und verendet in einem Gewässer entdeckt worden. Eine Woche zuvor ereilte Waldrapp "Kato" das selbe Schicksal in der Nähe der toskanischen Stadt Grosseto. Wegen der Tötung der Waldrappe "Goja" und "Jedi" war ein italienischer Jäger vor rund einem Monat bereits zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Ihm wurde zusätzlich die Jagdlizenz entzogen.

Ansiedlung der Waldrappen in Gefahr

"Die Tötung von zwei Exemplaren in einer Woche zu Beginn der Jagdsaison beeinträchtigt ernsthaft die ganze Arbeit dieser Jahre für die Ansiedlung von Waldrappen", ärgert sich Johannes Fritz vom "Waldrappteam": Er und seine Mitstreiter riefen ein Wiederansiedlungsprojekt in Salzburg ins Leben, das den vom Aussterben bedrohten Vogel retten soll. Die Geschichte in Salzburg geht auf das 16. Jahrhundert zurück, als der Waldrapp noch in den Felsen der Stadtberge lebte.

Das Land Salzburg finanzierte Projekt mit

Seit mehr als zehn Jahren versuchen Vogelkundler das Tier wieder anzusiedeln, der Beginn der Bemühungen in Europa geht bereits auf die 1990er- Jahre zurück. Auf der Liste der bedrohten Arten gilt das Tier als "hochgradig gefährdet". In Salzburg wurden 14 Waldrappe von menschlichen Ziehmüttern bei Grödig liebevoll aufgezogen, im Sommer 2014 flogen 14 von ihnen in Begleitung von Leichtflugzeugen in Richtung Toskana in ihr Winterquartier. Ziel war es, dass die Vögel sich den Weg einprägen und nach dem Winter wieder alleine zurück finden.

"Kein Pardon für Abschüsse geschützter Tiere"

Für eines der Tiere steht Landesvize Astrid Rössler als Patin: "Auf dem Röntgenbild sieht man die vielen Pellets und auf dem Rücken den Sender. Tara war einer der ältesten und erfahrensten Vögel unserer Population. Das tote Tier wurde einfach liegen gelassen. Wilderei ist kein Kavaliersdelikt, das Waldrapp- Projekt zur Wiederansiedlung wird vom Land Salzburg aus meinem Naturschutzressort unterstützt und findet europaweit Beachtung. Wir sind sehr traurig, in so kurzer Zeit zwei Waldrappe aus unserem Projekt verloren zu haben und ich hoffe, dass auch diesmal die Wilderer ausgeforscht und verurteilt werden. Kein Pardon für Abschüsse von streng geschützten Tierarten."

Illegale Vogeljagd in Italien großes Problem

Die illegale Vogeljagd gilt als Haupttodesursache für bedrohte Vögel, drei Viertel kommen auf ihren Flugrouten nicht an. Das gilt vor allem in Italien und Frankreich, wo die Jagd mit Schrotflinten und Fangnetzen als Tradition gesehen wird. Trotz teilweisen Verboten und Einschränkungen sowie massiven Protesten von Tierschützern geht das unkontrollierte Töten munter weiter. Millionen Singvögel landen dann als Spezialität auf den Tellern.

13.10.2016, 10:01
Michael Pichler, Kronen Zeitung/red
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