Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
26.06.2017 - 14:49
Foto: Vier Pfoten

Das Milliardengeschäft der Welpen- Mafia

03.10.2016, 08:53

Die Zahl ist erschreckend: Bis zu 200.000 kleine Hunde sollen jedes Jahr nach Österreich geschmuggelt werden. Doch dabei handelt es sich nur um eine grobe Schätzung. "Die Dunkelziffer liegt vermutlich höher", heißt es von der Exekutive. Mehr Geld scheffeln laut Polizei nur Drogenbanden und Waffenhändler.

Beamte greifen regelmäßig kriminelle Händler auf, die herzige Vierbeiner wie Massenware im Internet feilbieten und sie illegal ins Land bringen. Hat ein Interessent seinen Liebling online ausgesucht, wird gegen eine "Schutzgebühr" ein Treffen mit den Schmugglern vereinbart - in der Nähe der Grenze. Damit wollen die organisierten Banden den Kontrollen der Polizei entgehen. "Seit Juli 2014 gibt es regelmäßig Schwerpunktaktionen gegen den Osthundehandel" erklärt Maurice Androsch, Tierschutzlandesrat von Niederösterreich.

Oberstleutnant Andreas Stipsits von der Landesverkehrsabteilung der burgenländischen Polizei: "Den Schmugglern droht eine Geldstrafe von 3750 Euro oder im Wiederholungsfall sogar mehr. Bei Tierquälerei reicht der Strafrahmen bis zu zwei Jahre Haft."

Wolfgang Böck, Leiter des Tierschutzhauses Sonnenhof in Eisenstadt: "Die Zahl der neu angemeldeten Tiere ist weit höher, als sie nach Auskunft offizieller Hundezüchter eigentlich sein dürfte."

Foto: Vier Pfoten (Symbolbild)

So ein grenznaher Treffpunkt ist Kittsee im Burgenland. Immer wieder ertappt die Polizei dort nahe der Slowakei skrupellose Züchter, die bestellte Welpen ausliefern. Oft bleibt es jedoch lediglich bei einer Anzeige. Wenige Kilometer entfernt, führt heute eine der Hauptrouten über Nickelsdorf. Werden die Schmuggelhunde bei Kontrollen entdeckt, haben sie in den meisten Fällen eine qualvolle Odyssee hinter sich. "Die Transporte starten mitunter in der Ukraine und führen im Extremfall Tausende Kilometer bis nach Frankreich, Spanien oder Süditalien", erklärt ein Zollfahnder. Wie brutal die Händler dabei vorgehen, weiß so mancher Veterinär zu berichten: "Kuriere nehmen eine Sterberate von 50 Prozent in Kauf."

Wiener Stadträtin Ulli Sima: "Wir haben vor Jahren den Kampf gegen die Welpen- Mafia begonnen. Mit vielen Verbündeten wollen wir das Tierleid abstellen, das damit verbunden ist."

Tina Rosner, Obfrau des Vereins Tiere in Not aus Nickelsdorf: "Jedes Jahr werden an die 40 geschmuggelte Hunde, die entdeckt wurden, bei mir abgegeben. Nach der Erstversorgung kommen sie zur weiteren Betreuung ins Tierschutzhaus."

Foto: Vier Pfoten


Haben die Welpen bis zur Übergabe alle Strapazen überstanden, kommen auf die neuen Besitzer böse Überraschungen zu: Die Tiere sind in der Regel weder gemeldet noch gechippt und geimpft - und leiden daher meist sogar unter ansteckenden Krankheiten. Käufer machen sich damit also nicht nur strafbar, sie haben auch mit hohen Folgekosten beim Tierarzt zu rechnen. Doch den miesen Methoden der Welpen- Mafia ist schwer beizukommen. Zu hoch ist der Profit mit dem Hundeleid. Nach Drogen und Waffen ist der illegale Handel mit Tieren eines der einträglichsten Geschäfte.

Maggie Entenfellner, Leiterin der "Krone"- Tierecke: "Hundeleid interessiert gierige Geschäftemacher nicht. Sieben von zehn illegal importierten Welpen überleben das erste Jahr nicht. Hände weg vom Kauf aus dem Kofferraum!"

03.10.2016, 08:53
Karl Grammer, Michael Pommer & Thomas H. Lauber, Kronen Zeitung/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Meistgelesen
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum