Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
18.08.2017 - 17:11
Foto: EPA

Versicherung lässt Patienten aus Spital lieber wegschicken

28.11.2010, 08:06
Das Land Salzburg kämpft verzweifelt um ein zweites MRI-Gerät für das Landesspital. "Seit 2007 ist die Zahl der Patienten und der Untersuchungen dramatisch gestiegen", weiß Landesrätin Erika Scharer. "Vor allem für Krebspatienten und Kinder auf der Intensivstation brauchen wir das Gerät unbedingt." Doch die Sozialversicherung sagt Nein: Die Kranken sollen zu privaten Instituten gehen.

9,7 Prozent mehr Patienten seit 2007, und sogar 19 Prozent mehr Untersuchungen: Der Kernspin- Tomograph beim Landesspital ist im Dauerbetrieb – "und der Bedarf ist weiterhin deutlich steigend", schildert die Spitals- Landesrätin.

"Wir können im Spital nicht warten"

Erika Scharer kämpft deshalb seit Monaten um ein zusätzliches MRI- Gerät für die Klinik. "Weil wir die Patienten sonst zu den Untersuchungen zu Fuß oder mit Taxi und Angehörigen in die privaten Institute außerhalb des Krankenhauses schicken müssten." Scharer meint dazu: "Das wäre völlig untragbar. Vor allem für Kinder, die im Spital auf der Intensivstation behandelt werden, oder für die Tumorpatienten wäre das völlig unmöglich. Wir können im Spital nicht warten, bis die Privaten einen Termin frei haben."

Auch einen gewichtigen Verbündeten hat Scharer bei ihrem Einsatz für das zweite MRI- Gerät gefunden: Das Institut "Gesundheit Österreich" bestätigt, "dass eine adäquate Leistungserbringung (im Landesspital) mit nur einem Gerät nicht gewährleistet werden kann".

Wirtschaftskammer legt sich quer

Trotzdem legten sich die Sozialversicherungen in der Bundesgesundheitskommission quer, als es am Freitag um die Genehmigung des zweiten MRI- Gerätes ging. Der Grund für diese Ablehnung: Die Wirtschaftskammer wehrt sich gegen die bessere Ausstattung des Spitals. Sie hält es für günstiger, wenn täglich mindestens neun Patienten in die privaten MRI- Institute überwiesen werden.

Der Kampf geht weiter

Scharer entsetzt: "Für das Land ist es sogar teurer, das 1,2 Millionen Euro teure Gerät nicht zu kaufen. Weil uns sonst hohe Einnahmen entgehen", rechnet sie. "Es ist auch unklar, wer bei einer Fehldiagnose haften müsste. Am ärgsten ist aber, dass die Patienten verunsichert würden – das darf nicht passieren." Deswegen gibt sie den Kampf ums zweite MRI- Gerät fürs Spital nicht auf.

von Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung

Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum