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24.08.2017 - 04:11
Foto: Markus Tschepp

Überfall auf Witwe: "Wollten sie nicht ermorden"

13.02.2013, 09:01
Der Mord an der Arztwitwe Johanna T. (83) im Salzburger Köstendorf ist nahezu gänzlich aufgeklärt. Den Ermittlern fehlen nur mehr ein paar kleine Puzzlesteine. Die drei verdächtigen Rumänen sitzen mittlerweile alle in Salzburg hinter Gittern. Der Haupttäter legte ein Geständnis ab, meinte aber: "Wir wollten sie nicht ermorden!" Nun wurden auch die Häuser des Trios in Rumänien durchsucht.

Die Bluttat schockierte das Land: Drei Einbrecher drangen am 4. Dezember ins Haus von Johanna T. ein, knebelten und fesselten sie, stahlen Schmuck und flüchteten. Die Frau erstickte. Die Verdächtigen Cosmin T. (21), Ioan S. (34) und Viorel C. (31) wurden im Jänner in München und an der ungarischen Grenze gefasst. Seit Dienstag sind alle drei in der Justizanstalt in Salzburg. Chefermittler Herbert Hanetseder und ein Kollege vernahmen die Rumänen.

"Dachten, das Haus sei unbewohnt"

Geständig ist nur Cosmin T. Von ihm wurden sowohl in Köstendorf als auch beim Raubüberfall auf den Pensionisten Franz H. (80) im September in Straßwalchen und bei zwei Einbrüchen im Oktober in Schwarzach und in St. Johann DNA- Spuren und Fingerabdrücke gefunden. "Er sagt, dass sie die Frau nicht ermorden wollten. Sie waren schon am Vortag beim Haus und dachten, es sei unbewohnt. Die Anwesenheit des Opfers überraschte sie offenbar", schildert Hanetseder.

Viorel C. bestreitet alles. Er hinterließ aber in Köstendorf Spuren. Im Fall von Straßwalchen wird er durch eine Aussage belastet. Ioan S. soll "nur" am Mord in Köstendorf beteiligt gewesen sein. Er schweigt aber.

Ermittler suchten auch in Rumänien nach Beweisen

Herbert Hanetseder und sein Kollege sammelten vergangene Woche auch in Rumänien neue Beweise, vernahmen weitere mutmaßlich an Überfällen in Österreich Beteiligte. Wie Iason T. (23), der offenbar beim Raub in Straßwalchen dabei war. "Der Mann sitzt in Rumänien wegen eines versuchten Mordes in seiner Heimat in Haft. Er wollte im Rausch einen Gegner mit einer Eisenstange erschlagen. Er belastet Viorel C. als Mittäter von Straßwalchen", berichtet Hanetseder. Der 31- jährige Rumäne soll den Raub geplant und am Tatort als Aufpasser fungiert haben.

Ebenfalls befragt wurde Manuel Gabriel T. (19). Er war an den Einbrüchen in Schwarzach und St. Johann beteiligt, ist aber in Rumänien auf freiem Fuß: "Er hat die Taten zugegeben."

"Dort herrschen fürchterliche Zustände"

Die Salzburger Ermittler führten gemeinsam mit den rumänischen Kollegen auch fünf Hausdurchsuchungen durch. "Die Zusammenarbeit klappte perfekt. Die Verdächtigen stammen alle aus Brasov, das frühere Kronstadt in Siebenbürgen. Die wohnen ganz abseits, man kommt nur über Schotterwege in ihre Dörfer. Dort herrschen fürchterliche Zustände. Die Leute leben in Baracken. Drei Kinder schlafen da in einem Bett", ist Hanetseder erschüttert.

In den Unterkünften der fünf Männer wurden Schmuck und Handys gefunden. Die Frauen der Mordverdächtigen wussten, was diese in Österreich treiben. Doch sie dachten offenbar nur ans Geld. Allein Viorel C. hat vier Kinder zu versorgen.

13.02.2013, 09:01
Manuela Kappes, Kronen Zeitung/red
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