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21.09.2017 - 17:17
Foto: Andi Schiel

Salzburger soll für 28 km/h 200 Euro Strafe zahlen

17.06.2010, 12:33
"Das ist reine Abzockerei", ärgert sich der Salzburger Volkmar Mayrhofer. Was ihn so empört, ist eine neue Finte der städtischen "Radar-Sheriffs": Mit der Laserpistole gehen sie jetzt auch in Wohnstraßen auf die Jagd – und strafen gnadenlos. Mayrhofer wurde mit 28 km/h geblitzt und sollte dafür gleich 200 Euro bezahlen!

"Ich fahre seit 50 Jahren Auto und passe mein Tempo immer den Umständen an", erzählt Mayrhofer. Auch in der Schillinghofstraße passte er auf: "Die ist breit und übersichtlich, mit knappen 30 km/h fuhr ich durch diese Wohnstraße", erinnert sich der 71- Jährige.

Umso mehr staunte er, als eine Anzeige für Schnellfahren in seinem Postkastl landete: 200 Euro sollte Mayrhofer zahlen, weil er mit genau 28 km/h in der Wohnstraße geblitzt wurde – und das war um 23 km/h schneller als erlaubt. "Die Leute vom Magistrat lauerten hinter einer Hecke und kontrollierten alle", weiß der Pensionist inzwischen.

Mayrhofer war nicht der Einzige, den es erwischte: "Ein Nachbar fuhr genau so schnell wie ich, auch ganz sicher – und er kam dreimal vorbei." Das Ergebnis: Satte 600 Euro Strafe!

Auch Polizei versteht horrende Strafgelder nicht

Über die horrenden Strafgelder schüttelten auch Polizisten verständnislos den Kopf: "Sie haben ganz offen erklärt, dass sie solche Methoden zum Abkassieren nicht anwenden", berichtet Mayrhofer. Er machte einen Einspruch gegen die Höhe der Strafe – mit Erfolg. Von der Polizei wurde die Buße auf 100 Euro reduziert.

"Mich wundert nicht, dass die Stadt im Jahr 2,6 Millionen Euro Strafgelder kassiert, wenn sie so arbeitet", meint Mayrhofer, der ein besonnener Autofahrer ist. In Wohnstraßen sind übrigens 5 km/h erlaubt. Das steht zwar nicht in der Straßenverkehrsordnung, ist aber als "Schrittgeschwindigkeit" nach einigen Gerichtsverfahren juristisch fixiert.

von Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung

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