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19.08.2017 - 10:16
Foto: APA/BARBARA GINDL

Prozess gegen neunköpfige Einbruchsbande

30.09.2010, 14:51
Mehr als 60 Einbrüche in Salzburg, Oberösterreich und Wien sollen auf das Konto einer neunköpfige Bande gehen, von der fünf Mitglieder sich am Donnerstag am Salzburger Landesgericht verwantworten mussten. Insgesamt soll die Bande im Vorjahr vorwiegend Schmuck und Bargeld im Wert von einer Million Euro entwendet haben.

Die mutmaßlichen Täter wurden bereits im November ausgeforscht. Bei der Verhandlung vor dem Salzburger Schöffengericht zeigten sich vier Serben und ein Österreicher jetzt zum Teil geständig. Die übrigen vier mutmaßlichen Einbrecher waren bisher für die Justiz nicht auffindbar. Einer davon, ein Serbe, ist zu Wochenbeginn in Bari in Süditalien festgenommen worden, teilte der vorsitzende Richter, Manfred Seiss, mit.

Die Bande - einige sind miteinander verwandt - stieg vor allem in der Dämmerung und während der Nacht in die Häuser ein. Im Juni sollen drei der Angeklagten, von denen heute nur einer am Prozess teilnahm, zwei schwere Raubüberfälle verübt haben. Sie flüchteten dann ohne Beute, deshalb ist es beim Versuch geblieben: "Am 13. Juni 2009 hielten sie in St. Wolfgang (Oberösterreich) einer Haushälterin eine Pistole vor die Schläfe, am 26. Juni fesselten sie in der Stadt Salzburg eine Pensionistin und knebelten sie", so die Staatsanwaltschaft.

Alle neun Angeklagten hätten sich zusammengeschlossen und die Einbruchsdiebstähle "auf professionellste Weise begangen", sagte Staatsanwältin Katharina Dirisamer. Sie lastete ihnen teils versuchten, teils vollendeten gewerbsmäßigen Einbruchsdiebstahl an.

Rufdaten, Schuh-  und DNA- Spuren verrieten Täter

Die Polizei forschte die Bande aufgrund von Rufdaten, DNA- Spuren an einem Tresor und Schuhspuren aus und stellte zahlreiche Schmuckstücke sicher. Der Erstangeklagte, ein 36- jähriger Serbe, "ist zu zahlreichen Fakten geständig", betonte seine Verteidigerin. "Er war spielsüchtig und hat 100.000 Euro aufgenommen, deshalb hat er sich an Einbrüchen beteiligt." Ihr Mandant habe durch seine detaillierten Angaben vor der Polizei zur Aufklärung beigetragen und als Chauffeur auch nur eine untergeordnete Rolle gespielt.

Einige Verteidiger meinten jedoch, der Erstangeklagte sei sogar der Drahtzieher der Gruppe gewesen. "Tatsächlich hat er alles ausgekundschaftet", sagte etwa Rechtsanwalt Franz Essl. Er verteidigte den drittangeklagten 29- jährigen Halbbruder des Erstangeklagten. Dem Wiener Rechtsanwalt Rudolf Mayer fehlten objektive Beweise. Bei seinem Mandanten, einen 34- jährigen Österreicher, seien im Gegensatz zum Erstangeklagten keine Schmuckstücke gefunden worden.

Prozess bis November vertagt

Der Prozess wurde am frühen Nachmittag auf 4. November vertagt, da noch zwei Einbruchsopfer einvernommen werden sollen, die an der Verhandlung aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen konnten. Außerdem soll bis zum nächsten Prozesstag auch der Mittäter nach Salzburg ausgeliefert werden, der vor einigen Tagen in Italien gefasst wurde. Das erklärte der vorsitzende Richter Manfred Seiss nach Prozessende.

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