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20.09.2017 - 05:58
Foto: APA/Robert Parigger

Pensionistin von Einbrechern ans Bett gefesselt

15.11.2010, 20:30
Am Montag ist in Salzburg einer mutmaßliche Einbrecherbande der Prozess gemacht worden. Die neunköpfige Bande soll insgesamt 60 Einbrüche in Salzburg, Oberösterreich und Wien, dazu zwei Raubüberfälle verübt und dabei vorwiegend Bargeld und Schmuck im Gesamtwert von 1,1 Millionen Euro erbeutet haben. Vier Serben und ein Österreicher wurden zu Haftstrafen von sieben Monaten bedingt bis zu acht Jahren unbedingt nicht rechtskräftig verurteilt.

Nach ersten Verhaftungen im November 2009 forschten Kriminalisten dann die ganze Bande aus. Das Geständnis eines Angeklagten, DNA- Spuren und Schuhabdrücke an den Tatorten führten auf ihre Spur. Vor Gericht wurde die Schuld vor allem auf einen der flüchtigen Täter geschoben.

Den neun Angeklagten, 24 bis 45 Jahre alt, warf Staatsanwältin Katharina Dirisamer vor, die Straftaten in unterschiedlichen Gruppierungen begangen zu haben. Beim Prozess saßen aber nur fünf vor Richter Manfred Seiss. Die übrigen vier Verdächtigen, darunter eine Frau, waren bisher für die Justiz nicht greifbar. Einer davon, ein Serbe, wurde im September in Süditalien zwar festgenommen, aber noch nicht nach Salzburg ausgeliefert.

Pensionistin gefesselt und geknebelt

Im Juni des Vorjahres sollen drei der Angeklagten, von denen nur einer am Prozess teilnahm, zwei schwere Raubüberfälle verübt haben. Sie flüchteten ohne Beute, deshalb blieb es beim Versuch: Am 13. Juni 2009 hielten sie laut Anklage in St. Wolfgang (Oberösterreich) einer Haushälterin eine Pistole vor die Schläfe, am 26. Juni fesselten und knebelten sie im Salzburger Stadtteil Leopoldskron eine Pensionistin.

"Ich hab schon geschlafen. Plötzlich standen drei Männer im Zimmer und schrien, Wo Geld, wo Geld?‘. Sie haben mich geknebelt und mit einer Krawatte meines verstorbenen Mannes ans Bett gefesselt." So die erschütternde Aussage der Salzburger Pensionistin im Prozess gegen eine Einbrecherbande.

Drittangeklagter fasst acht Jahre aus

Der 29- jährige Drittangeklagte wurde wegen des versuchten Raubes in Salzburg als Mitglied einer kriminellen Vereinigung schuldig gesprochen, er fasste die achtjährige Haftstrafe aus. Sein Verteidiger meldete Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an.

von Manfred Heininger (Kronen Zeitung) und salzburg.krone.at


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