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20.09.2017 - 03:40
Foto: Andreas Tröster

Erika Scharer über fehlende 220.000 Euro

03.07.2009, 17:44
Ein sozialer Verein mit einer Geschäftsführerin, die Geld unterschlagen haben soll – bis zu einem Minus von 220.000 Euro. Dieser Vorfall erschüttert Salzburg, denn: eigentlich gibt es strenge Kontrollen. Trotzdem scheint das Sicherheitsnetz ein Loch zu haben. Die "Krone" fragte Sozial-Landesrätin Erika Scharer.

Frau Landesrätin, der Vorfall hat Sie sichtlich erschüttert?

"Das kann man wohl sagen. Der Verein für Arbeit und Umwelt in Bruck wird von Arbeitsmarktservice und Land Salzburg beauftragt und auch streng kontrolliert. Dass im Laufe der Jahre diese hohe Summe unterschlagen werden konnte, ist schockierend. Ich habe so etwas noch nie erlebt."

Wie konnte es so weit überhaupt kommen?

"Das muss jetzt die Staatsanwaltschaft untersuchen. Sicher ist, dass die Geschäftsführerin sehr geschickt vorgegangen sein muss, denn sowohl Arbeitsmarktservice als auch das Land Salzburg als Geldgeber lassen die Bilanzen jedes Jahr von externen Experten prüfen. Es schien immer alles in Ordnung zu sein, sogar ein kleiner Gewinn war da meistens zu sehen. Alles wurde dem Vorstand vorschriftsmäßig vorgelegt."

Welches Geld ist dann genau verschwunden?

"Es läuft so: Land Salzburg und Arbeitsmarktservice haben den Verein beauftragt. Wenn in so einem Fall ein Gewinn abfällt, muss dieser dem Steuerzahler wieder zurückgegeben werden, für andere Projekte zum Beispiel. Anscheinend war hier der Gewinn aber viel höher als angegeben, also wurde der Steuerzahler um dieses Geld gebracht. Das müssen wir zurückfordern und so kam es zum Konkurs."

Kurz gesagt, die Geschäftsführerin hat mehr Gewinn als sichtbar erwirtschaftet, aber in die eigene Tasche gesteckt?

"So sieht es aus, ja."

Welche Aufgaben hat der Verein eigentlich übernommen?

"Menschen, die am primären Arbeitsmarkt keine Chance hatten, wurden beschäftigt, um sie von der Sozialhilfe wegzubringen und sie wieder  zu integrieren. Viele Aufträge kamen aus den Gemeinden: Rasen mähen und so weiter. Die Bürgermeister haben das toll mitgetragen."

Nach dem Konkurs, wie geht es jetzt weiter?

"Der Masseverwalter muss das entscheiden. Vorübergehend werden wir den Mitarbeitern Sozialhilfe geben. Dann muss eine Lösung gefunden werden. Ich habe das Versprechen aus Wien, dass das Projekt nicht stirbt und auch ich gebe es."

Gut für den Ruf war der Vorfall aber nicht?

"Das ist ja das Entsetzliche. Viele Vereine arbeiten toll. Hier geht es um eine Einzelperson, die leider alle in Verruf gebracht hat. Das stört mich sehr."

von Melanie Hutter, Kronen Zeitung

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