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03.12.2016 - 22:32

Spindelegger: "Hilfe für Syrien wird aufgestockt"

13.04.2013, 18:57
Österreich wird seine finanzielle Hilfe für die Flüchtlinge aus dem vom Bürgerkrieg geschüttelten Syrien aufstocken. Außenminister Michael Spindelegger kündigte bei einem Besuch in einem von der Caritas betreuten provisorischen Zeltlager im Libanon (Bilder) am Samstag an, dass der Ministerrat in der kommenden Woche die bereits bereitgestellten 3,7 Millionen Euro um weitere zwei Millionen erhöhen wird.

Dass diese Hilfe bitter nötig ist, davon konnte sich der Außenminister am Samstag bei seiner Nahost- Reise im Caritas- Zeltlager unweit der syrischen Grenze selbst überzeugen. Er besuchte auch das Flüchtlingshilfwerk der UNO. "Es ist eine schreckliche menschliche Tragödie, die sich hier abspielt", erzählt Ninette Kelley vom UNHCR.

Mehr als eine Million Syrer haben mittlerweile im Libanon Zuflucht gesucht - das ist so viel wie ein Viertel der libanesischen Bevölkerung. "Stellen Sie sich diese Situation vor", sagt Kelley. "Der Libanon ist in etwa so groß wie Oberösterreich und hat rund vier Millionen Einwohner. Dazu kommt jetzt noch mehr als eine Million Syrer. Das ist, als müsste Österreich auf einmal mehr als zwei Millionen Flüchtlinge aufnehmen."

Viele Kranke müssen abgewiesen werden

Und es werden nicht weniger, im Gegenteil. Jeden Tag lassen sich etwa 4.500 weitere Syrer beim UNHCR als Flüchtlinge registrieren, um wenigstens ein Minimum an Hilfe zu erhalten. Ein paar Nahrungsmittel, rudimentäre medizinische Versorgung und vielleicht ein Dach über dem Kopf. Gesichert ist das aber nicht, weil es hinten und vorne an Geld fehlt. Viele Kranke müssen abgewiesen werden, sind oft dem Tod geweiht, weil die finanziellen Mittel für Medikamente nicht da sind.

"Es sind schreckliche Entscheidungen, die unsere Mitarbeiter da täglich treffen müssen", sagt Kelley. "Aber für mehr als für eine Erstversorgung reicht es einfach nicht. Das zeigt, wie groß unsere Probleme hier sind." Die Flüchtlinge hausen in Garagen, unter Brücken, in Hütten aus Karton und Plastik.

Libanon am Rand seiner Kapazitäten angelangt

Der Libanon hat ein Trauma, was Flüchtlingscamps angeht. Die gut 400.000 Palästinenser, die vor etwa 60 Jahren aus Israel in den Libanon geflüchtet sind, leben bis heute in Camps. Ein schwer in den Griff zu bekommender Herd steter sozialer Unruhe. Das Land ist mittlerweile am Rand seiner Kapazitäten angelangt. "Wir brauchen dringend Hilfe", sagt Libanons Außenminister Adnan Mansour im Gespräch mit Vizekanzler Michael Spindelegger.

Tatsächlich wird die österreichische Bundesregierung beim nächsten Ministerrat am Dienstag ein Zwei- Millionen- Hilfspaket für syrische Flüchtlinge beschließen. Das ist viel Geld und dennoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Denn durch den riesigen Flüchtlingsstrom nehmen auch die Konflikte im Libanon immer mehr zu. In einem Land, in dem 30% der Einheimischen unterhalb der Armutsgrenze leben, ist die Angst um den Arbeitsplatz allgegenwärtig. Dazu kommt jetzt oft auch noch das Gefühl, dass den Flüchtlingen mehr geholfen wird als der eigenen Bevölkerung.

Das ist eine gefährliche Krisensituation, nicht zuletzt, weil durch den Libanon dieselben konfessionellen Gräben verlaufen wie durch Syrien, wo sich der Bürgerkrieg gegen das Assad- Regime immer mehr zu einem Religionskrieg auswächst. Sunniten und Schiiten, Christen, Drusen und Alawiten stehen einander gegenüber. Die Gefahr ist greifbar, dass der syrische Konflikt auf den Libanon übergreift.

Österreichische Caritas ist vor Ort

In dieser heiklen Lage ist auch die Caritas vor Ort, verteilt Lebensmittelpakete und Hygieneartikel und hat bereits 35.000 entwurzelten Menschen temporäre Unterkünfte zur Verfügung gestellt. Aber zwei Drittel der Flüchtlinge sind Frauen und Kinder, und da fehlt es vor allem auch an Schulen und an psychologischer Betreuung. Denn die meisten sind schwer traumatisiert, fast alle haben alles verloren

Die Caritas bittet dringend um Spenden, Kennwort: Nothilfe Syrien, Caritas- Spendenkonto, PSK, BLZ 60.000.

13.04.2013, 18:57
Christian Hauenstein, Kronen Zeitung/red
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