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28.03.2017 - 06:51

"Du musst auch leben, nicht immer nur arbeiten"

13.04.2013, 17:00
"Fränk ist bäck" und hat Großes vor. Die "Krone" begleitete den ruhelosen Neo-Politiker und Milliardär einen Tag lang und sprach mit ihm über seine wahren Werte, das Leben, die Liebe und warum seine 19-jährige Enkelin Niki die einzige Frau in seinem Leben ist, die ihm Befehle erteilen darf. Und der 80-Jährige weiß: "Du musst auch leben, nicht immer nur arbeiten."

Der Rahmen im Palais Ferstel war ein feierlicher: Sogar die internationale Journalistenschar erschien im feinsten Zwirn statt im Ruderleiberl. Der Anlass war schließlich ein bedeutender, als Jungpolitiker Frank Stronach (80) vergangene Woche die großen Vorhaben seiner noch kleinen Partei präsentierte.

Er sitzt neben seiner smarten Assistentin und wichtigsten Beraterin, Kathrin Nachbaur (33), und schwingt das Wort, das das Land verändern, ja zum Besseren wenden soll: "Ich könnte eigentlich längst am Beach liegen und mich massieren lassen, aber mein Gewissen sagt mir: 'Frank, du musst etwas tun!'"

Lange Aufgabenliste des Austrokanadiers

Und er zählt auf: Ein Austro- Euro muss her, "weil ja jedem bewusst ist, dass der österreichische mehr wert ist als der griechische!" Abgeordnete wolle er massiv reduzieren, die "Verwaltung zivilisieren" und jährlich fünf Prozent einsparen. Ein weiteres Anliegen ist ihm die Beteiligung der Bürger an der Macht.

Straßen- und Stromnetz will er dem Einfluss der Politiker entziehen und Unternehmen, die ihren Gewinn in Österreich investieren, steuerlich begünstigen. Die Ausländerthematik im Land möchte der Milliardär überhaupt revolutionieren: "Zuwanderung befürworten wir grundsätzlich nur, wenn es unserer Wirtschaft dient. Österreich ist zu klein, um alle sozialen Probleme auf der Welt aufzufangen. Aber wir wollen in Härtefällen Herz zeigen."

Der Redner ist in seinem Element, auffallend staatsmännisch pariert er provokante Fragen aus dem Auditorium und lässt sich auch durch bewusste Sticheleien nicht aus der Reserve locken. Bewundernswert scheint auch seine Ausdauer – nicht nur für einen Mann seines Alters.

An diesem Tag ist er wie jeden Morgen schon um 6 Uhr nach nur wenigen Stunden Schlaf aufgestanden. Sein Frühstück ist seit Jahrzehnten immer gleich: ein halber Apfel, ein Löffel steirische Kürbiskerne, zwei bis drei Mandeln, eine Scheibe Papaya, eine Tasse schwarzer Kaffee – und ein kleines Stück "Demel"- Torte, die er sich sogar immer nach Kanada mitnimmt ("Aber nur die ohne Schokolade"). Der Figur wegen.

Der 80- Jährige tut etwas für seine Fitness: Täglich trainiert er 45 Minuten. "Ich mache ein bisschen Dehnen, Gewichte, ich gehe auf den Stairmaster oder ich schwimme." Dann kommen die Faxe mit den Ergebnissen der Pferderennen, die Aktienkurse und Weltnachrichten. Die Zeitungen haben Zeit bis später: "Die will ich in Ruhe lesen!"

"Du musst dir hin und wieder auch Zeit nehmen"

Denn kraft seines Alters nimmt er sich die Freiheit, den Dingen ihre Zeit aufzudrängen. Versonnen blickt er aus dem Fenster und sagt zur deutlich jüngeren Redakteurin der "Krone", die ihn einen Tag lang begleiten durfte: "Du musst dir hin und wieder auch die Zeit nehmen, um den Duft einer Rose wahrzunehmen." In seiner Zeit als Magna- Chef schickte er abends einmal um 20 Uhr eine Sekretärin mit den Worten in den längst überfälligen Feierabend: "Du musst auch leben, nicht immer nur arbeiten."

Die wahren Werte hat er längst erkannt, nicht nur die politischen oder wirtschaftlichen. Zur Liebe, zum Leben und im Speziellen zur Familie. Als stolzer Opa trägt er in seiner Geldbörse ein vergilbtes Kinderfoto seiner mittlerweile 19- jährigen Enkelin Niki mit sich herum: "Sie ist die einzige Frau auf der Welt, die mir Befehle geben darf!" Sie ist – sehr zu seinem Stolz – eine begnadete Reiterin.

Und seine Frau, die Frieda, die er seinerzeit im steirischen Weiz kennengelernt hat, hat sie ihm nichts zu sagen? Frank: "Beim zweiten Rendezvous hab ich gleich klargestellt: 'Du musst mich nehmen, wie ich bin. Ich werde mich nicht ändern.'" Verschmitzter Nachsatz: "Und jetzt bleibt ihr nichts anderes mehr übrig."

Spagat zwischen Reichtum und Bescheidenheit

Für das Glück, so meint der Magna- Gründer, braucht es: "Zuallererst die Gesundheit, Anerkennung, gutes Aussehen, Charme und finanzielle Freiheit. Aber es wird immer etwas fehlen. Damit kann man erst mit zunehmendem Alter zurechtkommen."

Das Leben des Milliardärs ist ein steter Spagat zwischen Reichtum und verblüffender Bescheidenheit, zwischen Komplexität und purer Einfachheit. Er fliegt im Privatjet und besitzt Immobilien auf der ganzen Welt, aber er benützt ein altes Samsung- Klapphandy, dessen Display schon ganz zerkratzt ist (mit dem Siegerpferd "Ghostzapper" als Bildschirmhintergrund). iPad, iPhone, Blackberry und Bluetooth? Fehlanzeige: "So etwas brauche ich nicht. Ins Internet gehe ich nur alle zwei bis drei Tage."

Stets etwas Gesundes am Speiseplan

Er braucht auch keine teure Uhr als Statussymbol. An seinem Handgelenk trägt er eine preisgünstige Sportiv- Uhr der dänischen Firma Skagen. Er isst vorwiegend in Restaurants, zu deren Eigentümern oder Bediensteten er eine persönliche Bindung hat. Man trifft ihn in der Sportsbar des "Fontana" in Oberwaltersdorf oder dem "Amarantis" in der Babenbergerstraße in Wien ("Das Lokal führen ehemalige Mitarbeiter von mir, und die will ich natürlich unterstützen. Und das Essen ist hervorragend."). Am Speiseplan steht meist Gesundheitsbewusstes: Salat, Fisch oder Steak. Bei allem achtet er auf Qualität. So züchtet er in Florida seine eigenen Biorinder, weil er findet, dass auch Tiere ein Recht auf Lebensqualität haben.

Die Zeit drängt, die nächsten Termine warten: ein Auftritt bei Puls 4, danach in der "ZiB2". Es geht darum, seine Mission unter die Menschen zu bringen. Er predigt: "Es geht um die Wahrheit, um die Werte, die Transparenz und die Fairness." Müde ist er noch lange nicht. Getrieben vom Drang nach immer Neuem. Bundeskanzler würde er nicht werden wollen: "Ich möchte ja noch leben!" Was er dann stattdessen noch machen will? Er sagt: "Ich weiß nicht, was ich noch machen will, wenn ich erwachsen bin."

13.04.2013, 17:00
Brigitte Blabsreiter, Kronen Zeitung/red
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