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11.12.2016 - 03:14
Foto: APA/HELMUT FOHRINGER/HANS KLAUS TECHT, SP, VP, NEOS, GRÜNE, FP

Die neuen Gesichter im österreichischen Parlament

12.10.2013, 17:00
Neue Gesichter mit zum Teil bekannten Namen. Wer sind die neuen Abgeordneten im Hohen Haus, was erwartet sie und was verdienen sie? Die "Krone" stellt ein paar Neuzugänge vor. Von Petra Steger bis Wendelin Mölzer. Von Kathrin Nachbaur bis zu Niko Alm, dem Mann, der mit einem Nudelsieb auf dem Kopf für Furore sorgte.

Das Parlament mit der Pallas Athene, der Säulenhalle, dem Plenarsaal. Am 29. Oktober ziehen hier bei der konstituierenden Sitzung des Nationalrates 183 Abgeordnete ein. Mehr als ein Drittel davon sind Neulinge. Die genaue Zahl blieb bis zuletzt offen, weil noch parteiinterne Grabenkämpfe toben.

Was die Debütanten im Hohen Haus am Ring so erwartet? Dazu der Leiter des Instituts für Parlamentarismus und Demokratiefragen, Werner Zögernitz: Zumindest ein Erfolgserlebnis. Nach der Antrittsrede zollen alle Fraktionen Beifall. Das ist Tradition. Das gibt es einmal und auch in einem noch so langen Abgeordnetenleben nie wieder.

Neuzugänge bekommen 8.307 Euro brutto im Monat

Die neuen Mandatare werden von ihren Klubchefs eingeschult. Müssen Unvereinbarkeiten und Nebeneinkünfte offenlegen. Sie bekommen, so Werner Zögernitz, 8.307 Euro brutto pro Monat als Salär. 14 Mal im Jahr. Und einen Beitrag, damit sie einen parlamentarischen Mitarbeiter ganz und weitere zwei halb anstellen können. Ihr Arbeitseinsatz pro Monat: zwei Wochen Ausschuss, je eine Woche Plenarsaal, Wahlkreis.

Die Newcomer werden aber auch zur Kasse gebeten: Sie müssen Klubbeiträge und Parteisteuer zahlen. Und dann gibt es noch den Klubzwang. Werner Zögernitz nennt ihn lieber "Klubdisziplin".

Umgang im Parlament ist rau, aber herzlich

Mimosen dürfen die neuen Abgeordneten nicht sein. Sie haben sich ohnedies keine Illusionen gemacht. Der Umgangston im Parlament ist rau, aber herzlich, wie die mit Ordnungsrufen bedachten Zwischenrufe beweisen: "Denunziant", "Koalitionstrottel", "Dreckschleuder", "Schmierenkomödiant", "Nadelstreifkommunist", "Mister Hass & Hohn", "Marionette", "Hirn eines Dackels". Also von "Mädchenpensionat", "geschützter Werkstätte" usw. keine Spur.

Hier ein kurzer Blick auf einige Neueinsteiger:

Kathrin Nachbaur (34) - Team Stronach

Frank Stronach hat einen Scherbenhaufen hinterlassen, bevor er nach Kanada zurückflog. Seine engste Vertraute, Kathrin Nachbaur, soll jetzt das Zerbrochene kitten. Als stellvertretende Parteichefin, als designierte Klubobfrau im Parlament. Die Juristin ist blitzgescheit, bildhübsch und unglaublich diszipliniert. Lockere Fotos von ihr zu schießen, ist schwierig. Sie drückt die rechte auf die linke Hand – und lächelt, eisern und unentwegt.

Asdin el Habbassi (26) - ÖVP

Der Vater Marokkaner, die Mutter Österreicherin. Beide lernten einander beim Studium in Salzburg kennen. Amore. Der Sohn, Asdin el Habbassi, engagiert sich politisch. "Meine Eltern waren oft skeptisch, unterstützten mich aber", erzählt er. Seine Karriere führte steil nach oben: Studium der Betriebswirtschaft, Bildungssprecher der Jungen ÖVP – Baseballspieler bei den Salzburger Hornets.

Niki Scherak (26) und Niko Alm (38) - NEOS

Der niederösterreichische Spitzenkandidat der NEOS, Niki Scherak, hat im Wahlkampf 50 größere Gemeinden besucht: das Haager Volksfest, den Pfaffstättner Großheurigen, die Genussmeile Vöslau/Mödling usw. Und auf seiner Website die Abhandlung "In 80 Schnitzeln durch Niederösterreich" geschrieben. In Anlehnung an Jules Vernes "In 80 Tagen um die Welt". Sein NEOS- Kollege Niko Alm deklarierte sich als Atheist, als Kirchenkritiker. Und veröffentlichte sein Führerscheinbild, auf dem er ein Nudelsieb als Hut trug.

Aygül Berivan Aslan (31) - Die Grünen

Das muss man sich einmal vorstellen! Da verschlägt es eine Kurdin mit fünf Jahren nach Telfs in Tirol. Sie spricht perfekt Tirolerisch und bezeichnet sich selbst als "Kurdin, die im Dirndl herumläuft". Im Wahlkampf wurde der Grünen sehr viel Respekt gezollt. Sie bekam Tausende Vorzugsstimmen. Aygül ist Juristin und Menschenrechtsaktivistin.

Philip Kucher (32) - SPÖ

Der SPÖ- Jungstar verzichtete bei seinem Wahlkampf in Klagenfurt auf konventionelle Werbemittel. Er setzte auf das persönliche Gespräch in Gasthäusern bei Haus- und Betriebsbesuchen. Und auf die Aktion "Kaffee und Kucher". Er bekam einen Kaffee serviert und brachte einen Kärntner Reindling mit ins Haus. Er will in der "zweitgrößten Stadt Kärntens" – Wien – 80.000 Landsleute betreuen.

Petra Steger (22) - FPÖ

Bis zuletzt eine Zitterpartie, ob sie ein FPÖ- Mandat bekommt oder nicht: Petra Steger, Tochter von Ex- Vizekanzler Norbert Steger und Basketballstar, wäre sicher eine Bereicherung für das Hohe Haus. Aber um ihr einen Sitz zu verschaffen, müssten vorgereihte Abgeordnete verzichten.

Wendelin Mölzer (33) - FPÖ

"Wir sind nicht immer ein Herz und eine Seele", versichert der Journalist Wendelin Mölzer, dessen Vater Andreas Mölzer EU- Abgeordneter der FPÖ ist. Er schreibt für das Wochenmagazin "Zur Zeit" seines Vaters.

12.10.2013, 17:00
Dieter Kindermann, Kronen Zeitung
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