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10.12.2016 - 15:38
Reinhold Gschwendtner würde gerne erfahren, was aus "seinem" Baby geworden ist.
Foto: ZOOM-TIROL

Wie ein Tiroler als Soldat zum Geburtshelfer wurde

18.02.2016, 07:32

50 Jahre ist es her, dass Reinhold Gschwendtner aus Buch in Tirol als junger Heeressanitäter in der Salzburger Schwarzenbergkaserne Hebamme spielen musste. Eine Passantin hatte vorm Tor Wehen bekommen. Heute fragt sich der Tiroler, was wohl aus dem Kind geworden ist, das auf einem Feldbett das Licht der Welt erblickte.

Manchmal sitzt Reinhold Gschwendtner aus Buch mit Freunden beisammen. Dann werden Geschichten von früher erzählt. Geschichten wie jene, die der heute 70- Jährige vor 50 Jahren in der Kaserne in Wals- Siezenheim erlebt hat. "An einem Frühlingstag 1966 war's. So gegen Abend. Der Wachsoldat hat mich gerufen, weil vor dem Tor eine Frau zusammengebrochen ist. Einen Mantel hatte sie an. Dass sie schwanger war, sah man nicht gleich", erinnert sich der Tiroler.

"Hab dann halt getan, was ich gelernt habe"

Geschwendtner - gelernter Schlosser und wegen seiner Erste- Hilfe- Erfahrungen beim Heer zum Sanitätsdienst abberufen - wurde es heiß und kalt: "Ich hab dann halt getan, was ich gelernt habe. Damals waren die Grundregeln der Geburtshilfe noch Teil der Erste- Hilfe- Kurse." Ein Arzt war so schnell nicht zur Stelle, die alarmierte Rettung noch unterwegs. Die jungen Soldaten mussten also handeln. Und das taten sie auch: Mit seinen Kollegen legte Gschwendtner die Schwangere auf eine Liege. Dann ging es auch schon los.

An alle Einzelheiten kann sich der Tiroler heute nicht mehr erinnern. Intuitiv tat er aber das Richtige. Einen Satz sagte er sich ständig vor, den wird Gschwendtner nie vergessen: "Kindseite abbinden, Mutterseite abbinden." So stand es im Lehrbuch. Als die Rettung eintraf, war es bereits vollbracht. Kind und Mutter waren wohlauf, der Geburtshelfer völlig geschafft. In der Aufregung hatte er nicht einmal darauf geachtet, ob er einem Mädchen oder einem Bub auf die Welt geholfen hat.

Kann die "Krone"- Familie helfen?

Was wohl aus dem Kind geworden ist? Oft fragt sich der Tiroler das: "Damals wurde kein Aufheben um die Sache gemacht. Der Kasernenalltag ging weiter. Nie erfuhren wir, wie es Mutter und Kind geht." Als wäre es ganz normal, dass eine Kaserne zum Kreißsaal wird, ein Soldat zum Geburtshelfer.

Gschwendtner hofft, dass die "Krone"- Familie helfen kann, Antworten auf seine Fragen zu finden. Zu wissen, dass es dem eiligen Baby heute gut geht, das würde den 70- Jährigen sehr freuen.

18.02.2016, 07:32
Claudia Thurner, Kronen Zeitung/red
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