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07.12.2016 - 21:24
Stefan Zweig mit seiner Frau Friderike im Jahr 1927; links sein Abschiedsbrief
Foto: APA/dpa, IMAGNO Archiv Setzer Tschiedel

War Kult- Autor Stefan Zweig ein Exhibitionist?

19.09.2015, 16:36
"Wer einmal sich selbst gefunden, kann nichts auf dieser Welt mehr verlieren. Und wer einmal den Menschen in sich begriffen, der begreift alle Menschen" - so endet einer der besten Texte des 1881 in Wien geborenen Schriftstellers Stefan Zweig, die "Phantastische Nacht". In dieser Novelle zeigt der 1934 nach London emigrierte Österreicher viel von seiner Leidenschaft und seinem geheimen, zweiten Leben. Der Wiener Journalist Ulrich Weinzierl enthüllt nun diese bisher unbekannte Seite des Schriftstellers in einem neuen Buch ("Stefan Zweigs brennendes Geheimnis", Zsolnay Verlag, ab 28. September im Buchhandel).

"Mit seinem Buch und seiner akribischen Recherche öffnet Weinzierl dem Zweig- Leser eine überraschende und etwas schockierende Welt", schreibt dazu der "Spiegel" im aktuellen Heft. Ja: Stefan Zweig, der  Autor der weltberühmten "Schachnovelle", der wunderbaren "Sternstunden der Menschheit", hatte ein Lebensgeheimnis.

Nur wenige Freunde hätten von seinem "Urgeheim" gewusst. Recht klar beschrieb das aber Benno Geiger, ein zeitweiliger Freund Stefan Zweigs im Jahr 1958: "Er litt an der Sucht des Exhibitionismus, das heißt an dem unwiderstehlichen Drang, sich in Anwesenheit eines einsamen jungen Mädchens zu entbößen. Diese Lappalie bezeichnete er mit dem von ihm erfundenen Begriff: 'Schauprangertrum'. Beliebte Plätze waren die Wege im Park von Schönbrunn, besonders das alte Affenhaus."

In feiner Detektivarbeit analysierte Ulrich Weinzierl dazu auch die Tagebücher Stefan Zweigs. Die Monografie erscheint nun 73 Jahre nach dem Selbstmord des Schriftstellers im brasilianischen Petropolis am 22. Februar 1942. Zweig schrieb damals in seinem Abschiedsbrief: "Ich grüße alle meine Freunde! Mögen sie die Morgenröte noch sehen, nach der langen Nacht! Ich, allzu Ungeduldiger, gehe ihnen voraus."

19.09.2015, 16:36
Richard Schmitt, Kronen Zeitung/kal
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