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03.12.2016 - 11:52
Der Ehealltag war oftmals von Gewalt geprägt, wie der Verdächtige zugibt.
Foto: Heinz Weeber, "Krone"

Verdächtiger: "Hab meine Frau mehrmals geschlagen"

06.04.2016, 16:52

Er redet sich auf Drogen und Alkohol aus, hat angeblich Gedächtnislücken über den Doppelmord und weint ständig - jener Serbe, der am Montag im obersteirischen Kapfenberg seine 30 Jahre alte Ehefrau und seine 28- jährige Schwägerin mit zwölf Messerstichen getötet hat, zerfließt förmlich in Selbstmitleid. Fünf Kinder bleiben wohl mit lebenslangen seelischen Wunden zurück.

Rafet R. befindet sich seit Dienstagabend in der Justizanstalt Graz- Jakomini, und er bleibt bei seiner Aussage: Er könne sich nur bruchstückhaft erinnern. "Meine Schwägerin ist tot?", fragt er immer wieder. Es besteht aber der Verdacht, dass sein Verhalten nur gespielt ist.

Dass er Enisa, seiner Frau, mit der er seit 2004 verheiratet war, öfters Gewalt angetan hat, gibt der Serbe zu. Mehrere Male habe er sie geschlagen, sie sei damit "klargekommen". Anton Kiesl vom Landeskriminalamt Steiermark: "Die Polizei wusste nichts davon."

Foto: APA/ERWIN SCHERIAU

Das änderte sich am Montag, als Enisa R. den Entschluss fasste, ihren Peiniger, von dem sie sich kurz zuvor getrennt hatte, endlich anzuzeigen. Das wollte die Frau - die gelernte Baumeisterin arbeitete in einem Taschengeschäft - nach Dienstschluss machen. Ihre 28- jährige Schwester Neziha begleitete sie, wollte sie beschützen. Am Ende lagen beide Frauen tot und blutüberströmt auf dem Boden in der Nähe eines Supermarkts.

Foto: APA/ERWIN SCHERIAU

Der 15- jährige Benjamin, der von der Schule zum Zug ging, musste mit ansehen, "wie eine Frau in Weiß regungslos auf dem Boden lag". Er sagt: "Alles war voll mit Blut." Etwas weiter weg beobachtete ein Securitymitarbeiter, wie der Verdächtige auf die Frauen einstach. Der zwei Meter große Steirer traute sich nicht dazwischenzugehen, "weil so aggressiv, wie dieser Typ drauf war, hätte er wahrscheinlich jeden umgebracht".

Brüder von Verdächtigem bitten um Verzeihung

Zwölf Messerstiche haben fünf Kinder zu Halbwaisen gemacht. Enisa R. hinterlässt einen elfjährigen Buben sowie zwei Töchter im Alter von zehn und vier Jahren, ihre Schwester hatte zwei Kinder. Die Großeltern und Verwandte kümmern sich um sie. Mittlerweile haben sich die Brüder von Rafet R. an die Angehörigen gewandt und sich entschuldigt.

06.04.2016, 16:52
M. Niederl, E. Stockner und M. Krisper, Kronen Zeitung/red
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