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09.12.2016 - 06:57
Foto: APA/Werner Kerschbaummayr

Sohn erschlug Vater mit Pflasterstein: Einweisung

14.05.2014, 11:52
Zu Richter Grünberger ist er ausgesucht höflich, der zarte junge Mann auf der Anklagebank im Landesgericht St. Pölten. Den Dolmetscher fährt er auf Deutsch an – und da bekommen die Geschworenen eine Ahnung vom Aggressionspotenzial des 20-Jährigen, das seinem Vater das Leben kostete: Er wurde vom Sohn im vergangenen Dezember im Schlaf mit einem Pflasterstein erschlagen. Der 20-Jährige wird in eine Anstalt eingewiesen.

Das blutige Drama hatte sich am 9. Dezember 2013 in einer Pension in Amstetten zugetragen. Die Vermieterin hörte Poltern – und dann das Schlagen einer Türe, als der junge Kosovare die Stätte verließ. Er ging schnurstracks zur Polizei, um zu gestehen: "Ich habe meinen Vater getötet."

Das "Warum" schilderte er im Prozess emotionslos: "Ich wollte mich von ihm befreien." Geschlagen sei er worden, weil er psychisch krank ist. Ein Mordkomplott mit Freunden habe der 54- jährige Vater, den er "Satan" nennt, geschmiedet. Und wenn er zur Polizei gehen wollte, habe der Vater nur gesagt: "Geh' ruhig, da wirst du wenigstens niedergespritzt."

Angeklagter: "Ich will lieber ins Gefängnis"

Tatsächlich kennt der 20- Jährige viele psychiatrische Einrichtungen von Baden bis Mauer- Öhling von innen. Aber eine Behandlung brauche er nicht: "Ich will lieber ins Gefängnis", so der junge Mann.

Da hatten der Staatsanwalt, der Sachverständige, die Geschworenen und auch Richter Grünberger allerdings etwas dagegen: Die ausschließliche Einweisung ist fast Formsache, der Kosovare leidet unter paranoider Schizophrenie und braucht ständige Beobachtung und Medikamentengabe.

14.05.2014, 11:52
Gabriela Gödel, Kronen Zeitung/red
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