Werbung
Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
09.12.2016 - 12:22
Walter Meischberger
Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

Prozessauftakt gegen "Trüffelschwein" Meischberger

20.01.2016, 16:59

Das spitzbübische Lächeln ist aus seinem Gesicht gewichen. Ein sehr ernster Walter Meischberger (56) präsentiert sich dem Gericht. Jahrelang galt er als Drehscheibe von Schmiergeldzahlungen. Doch im ersten Strafprozess im Umfeld des Buwog- Komplexes geht es gar nicht um Korruption. Er muss erklären, wofür er 600.000 Euro kassiert hat. Was war die Leistung?

Walter Meischberger hat schon bessere Zeiten gesehen. Das wird bei der Aufnahme der Personalien klar: Einkommen hat der einstige FP- Spitzenpolitiker keines, über Schulden will er nicht reden. Sein Haus in Wien- Döbling hat er im Zuge der Buwog- Affäre verloren.

Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

Jahrelang, so kritisiert nun Anwalt Eduard Salzborn, wurde in der aktuellen Causa gegen seinen Mandanten unter der Prämisse ermittelt: Meischberger kassierte für die Vermittlung des Wiener Zollamtes Brehmstraße an die Finanz 600.000 Euro von der Porr- Tochter UBM. Doch der Verdacht der Korruption unter möglicher Verwicklung von Ex- Finanzminister Karl- Heinz Grasser, der auch als Zeuge geladen werden könnte, war nicht beweisbar. Das muss auch Staatsanwalt Gerald Denk zugeben. Er stellte das Grasser- Verfahren ein. Meischberger und zwei UBM- Manager müssen jetzt nachweisen, wofür die 600.000 Euro geflossen sind. Sonst wäre es Untreue.

"Trüffelschwein" in Immobilienbranche

Sie haben eine Erklärung parat: Nie sei es um die Brehmstraße gegangen, immer um München. Um den Ankauf des Hotels Holiday Inn. Den entscheidenden Tipp habe damals Meischberger der Porr gegeben. "Meischi" war damals in besten Kreisen unterwegs, war ein "Trüffelschwein" in der Immobilienbranche - sagt der Verteidiger der Manager, Richard Soyer.

Meischberger - beim Attribut "Trüffelschwein" stutzt er kurz - habe damit der Porr ein blendendes Geschäft vermittelt. Das sagt auch einer der angeklagten Manager: "Wir haben für das Hotel 25 Millionen Euro gezahlt. Das Geld kam nicht einmal von uns. Wir hatten einen Finanzier. Und letztlich haben wir es mit zwölf Millionen Euro Gewinn weiterverkauft." Die 600.000- Euro- Zahlung sei also berechtigt gewesen.

Der Staatsanwalt kann in den Jubel nicht einstimmen: Alle damals in den Hotelkauf in München involvierten Personen wollen nie etwas mit "Meischi" zu tun gehabt haben. Laut Anklage soll das Geschäft ganz anders gelaufen sein, doch die Manager betonen klar: Dass niemand etwas von Meischbergers Beteiligung wusste, lag in der Natur der Sache. Vermittler würden oft im Hintergrund bleiben.

Der Prozess ist auf fünf Tage angesetzt, die Hauptverhandlung wird von Richter Michael Tolstiuk geführt.

Lesen Sie auch:

20.01.2016, 16:59
Peter Grotter, Kronen Zeitung/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum