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11.12.2016 - 10:41
Foto: APA/EPA/HERBERT NEUBAUER / Video: APA

Peres warnt bei Bundespräsident Fischer vor Iran

31.03.2014, 12:57
Israels Präsident Shimon Peres hat am Montag nach einem Gespräch mit Bundespräsident Heinz Fischer in Wien davor gewarnt, gegenüber dem Iran zu leichtgläubig und nachgiebig zu sein. "Es hat sich vielleicht der Ton geändert, wir wollen aber Taten sehen." Vom Iran gehe nach wie vor die größte Gefahr für Israel aus, sagte Peres. Teheran müsse erst beweisen, dass es keine Nuklearwaffen anstrebe.

Sollten etwa bei den in Wien ausgetragenen Atomgesprächen der UN- Vetomächte und Deutschlands mit dem Iran binnen der gesetzten Frist von sechs Monaten definitive Einigungen erzielt werden, könne der Iran ein normales Land in einer friedlichen Nachbarschaft werden, so Peres. "Wenn sie mit der Bedrohung weitermachen, dann müssen wir sie mit allen Mitteln stoppen. Die Maßnahmen und Optionen sind am Tisch."

"Sie bauen Atomraketen. Wofür?"

Peres warf dem Iran vor, weiterhin Atomwaffen bauen zu wollen. Präsident Hassan Rohani habe zwar gesagt, dass der Iran nicht die Atombombe wolle. "Aber sie bauen Atomraketen. Mit einer Reichweite von 1.000 bis 2.000 Kilometern. Wofür? Es gibt niemanden, der den Iran bedrohen würde." Zudem sei es eine Tatsache, dass der Teheran weiter radikal- islamische Terrororganisationen wie die Hamas oder die Hisbollah unterstützen würde, die Israel feindlich gesinnt sind.

Außerdem habe der "große Führer des Iran" erst neulich erklärt, dass er von der Shoah noch nie etwas gehört habe, erklärte Peres in Bezug auf das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Khamenei. Khamenei hatte vor etwas mehr als einer Woche in einer Rede zum iranischen Neujahrsfest erneut den Holocaust infrage gestellt. "In den europäischen Ländern traut sich niemand, über den Holocaust zu sprechen, von dem man nicht weiß, ob es ihn gab oder nicht, und wenn ja, was geschah", hatte Khamenei in der heiligen Stadt Mashhad erklärt. Peres dazu: "Wir haben nichts gegen den Iran, aber gegen seine aktuelle Politik."

Bundespräsident hofft auf Frieden

Fischer drückte seinerseits die Hoffnung aus, dass im Nahen Osten die Friedensgespräche zwischen Israelis und Palästinensern fortgesetzt würden. Es gebe Chancen, die bestehenden Probleme zu lösen. Peres bezeichnete seinerseits die EU und Österreich als wichtiges EU- Land sowie Wien als Sitz von Internationalen Organisationen als wichtige "Player" im Nahost- Konflikt. Das sei einer der Gründe gewesen, warum er Wien als Ziel seiner letzten großen Auslandsreise ausgewählt habe.

Fischer und er hätten ihre Jugend gemeinsam in der sozialdemokratischen Bewegung verbracht, sagte der bald 91- jährige israelische Präsident zu seinem 75- jährigen Amtskollegen. "Damals haben wir mehr in die Zukunft geschaut, als an die Geschichte gedacht. Weil die Geschichte hat mehr Opfer als Sieger hervorgebracht. Das soll sich ändern." Der heutigen Jugend müsse vor allem zu mehr sozialer Gerechtigkeit verholfen werden, forderte Peres. "Es ist nett, jung zu sein, aber teuer. Das ist ein globales Problem."

Peres mit höchster Auszeichnung geehrt

Beide Staatsoberhäupter betonten die über die Jahre gewachsenen bilateralen Beziehungen. "Sie sind seit 25 Jahren immer besser geworden", erinnerte Fischer daran, dass sich Österreich erst allmählich seiner nationalsozialistischen Vergangenheit und der Mitschuld am Holocaust gestellt habe. "Wir haben gelernt, mit unserer Geschichte besser umzugehen, zuzugeben, was zuzugeben war, und eine bessere Position zu unserer Geschichte beziehen." Als Ausdruck des guten Verhältnisses zeichnete Fischer Peres mit dem Großstern des Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich aus. Es ist dies die höchste Auszeichnung, die der Bundespräsident einem Staatsgast verleihen kann.

Mit Bundeskanzler Werner Faymann besprach Peres zu Mittag ebenfalls den Nahost- Friedensprozess. "Gerade weil Peres stets für den Dialog und die friedlichen Wege im Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern eingetreten war, steht Peres auch für das friedliche Miteinander zweier Volksgruppen", betonte Faymann laut einer Aussendung.

31.03.2014, 12:57
AG/red
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