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28.07.2017 - 07:12
Foto: APA/ROLAND SCHLAGER, twitter.com

Das sagt Österreichs Star- Karikaturist zu Paris

09.01.2015, 05:58
"Zunächst menschlich bestürzt" ist der österreichische Karikaturist Gerhard Haderer nach dem Anschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" in Paris. "Die Kollegen, die Opfer des Angriffs wurden, machen nichts anderes, als ich auch mache", sagt Haderer. Für ihn steht fest: "Es ist eine Zäsur für uns alle."

Der Anschlag würde die künftige Arbeit von Karikaturisten sicherlich beeinflussen. "Es gibt immer Ereignisse, wo man alles anders reflektiert, das ist der Alltag eines gesellschaftskritischen Menschen, nicht nur von Karikaturisten", so der Zeichner, der am Mittwoch einen "Tag der Stille" verordnet hatte.

"Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir sind jetzt aufgerufen, klug zu sein und selbstbewusst dagegenzuhalten." Es sei wichtig, "jetzt nicht alles aus der Hüfte zu schießen. Wir haben eine neue Situation, die sich lange abgezeichnet hat. Es geht um die Schere in den Köpfen, auch in den Redaktionen und Verlagen. Die müssen jetzt klarstellen, dass sie diese Karikaturen von 'Charlie Hebdo' weiter verbreiten."

"Satire darf alles"

Auf mögliche Tabus angesprochen, bezieht Haderer klar Stellung: "Satire darf alles, es liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen, Grenzen zu definieren", so der Zeichner. "Über den Tellerrand hinaus gesagt: Wir leben in auf Demokratie aufgebauten Ländern und müssen die eigenen Regeln nun nachschärfen. Das betrifft nicht nur die Klientel der Satiriker, das geht in die Gesellschaft hinaus. Jede Art von kriegerischer Diktion ist das Gegenteil von dem, was wir jetzt brauchen." Auch die unter uns lebenden Muslime hätten nun Angst.

"Wir haben 250 Jahre Aufklärung hinter uns", so Haderer über die Zukunft der religionskritischen Karikatur. "Wenn die Aufklärer auf religiöse Gefühle Rücksicht genommen hätten, hätten wir heute noch Scheiterhaufen."

Haderer im Kreuzfeuer von Öffentlichkeit und Kirche

Der Karikaturist war selbst im Jahr 2002 für sein Buch "Das Leben des Jesus" im Kreuzfeuer von Öffentlichkeit und Kirche gestanden. In Griechenland wurde das Buch sogar verboten und der Karikaturist wegen "Religionsbeschimpfung" verurteilt. Ein Berufungsgericht hob den Schuldspruch später jedoch wieder auf.

09.01.2015, 05:58
AG/red
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