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06.12.2016 - 18:44
Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER, Krone-Leserreporter / Video: Einsatzdoku.at, krone.tv

"Das Eis wird nur langsam schmelzen"

03.12.2014, 17:33
Katastrophenalarm in drei Bezirken im nördlichen Niederösterreich, Straßensperren in Oberösterreich, Hunderte Haushalte in der West- und Oststeiermark ohne Strom und ein auf dem Landweg nicht erreichbarer Ort im Burgenland: Eis und Raureif haben auch am Mittwoch für beträchtliche Probleme und teils lebensgefährliche Situationen im Osten Österreichs gesorgt. Mit einer Entspannung der Lage wird ab Donnerstag gerechnet.

Seit Freitag herrscht im Osten des Landes bedingt durch gefrierenden Regen und Raureif der Ausnahmezustand: Eine zunehmend dicker werdende Eisschicht - teils bis zu 15 Zentimeter - überzieht ganze Landesteile. Das Verlassen der Häuser ist angesichts der derzeitigen Situation hochgradig gefährlich, weshalb auch zahlreiche Schulen und Kindergärten in Nieder- und Oberösterreich am Mittwoch geschlossen blieben.

Immer wieder stürzten in den betroffenen Bundesländern Bäume unter der eisigen Last zusammen, rissen Stromleitungen nieder und blockierten Straßen. Auch das Handynetz fiel vorübergehend aus und erschwerte so die Koordination der Einsatzkräfte. Die Stromversorger versuchten die Ausfälle durch Notstromaggregate zu kompensieren, diese wurden regelmäßig von den E- Werken und der Feuerwehr auf ihre Funktionstüchtigkeit kontrolliert.

80 Menschen im Burgenland von Außenwelt abgeschnitten

Im burgenländischen Bezirk Mattersburg waren im Ortsteil Forchtenstein- Rosalia am Mittwoch 80 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Da selbst Feuerwehrfahrzeuge nicht mehr zu den Betroffenen durchdringen konnten, wurde das Bundesheer um Hilfe gebeten. Dieses rückte daraufhin mit einem Bergepanzer sowie einem gepanzerten Lkw an, um zu den Bewohnern zu gelangen und diese mit Lebensmitteln zu versorgen.

Ende der "Eiszeit" in Sicht

Mit einer Entspannung der Lage könne erst am Donnerstag und Freitag gerechnet werden, prognostizierte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik am Mittwoch. "Zwischen etwa 600 und 1.300 Metern Höhe liegt immer noch eine Luftschicht mit Temperaturen unter null Grad", erklärte Wetterexperte Stefan Kiesenhofer. Am Donnerstag soll dann mildere Luft nach Österreich fließen, es beginnt zu tauen. "Allerdings kann es auch am Freitag noch Probleme geben. Denn das teils dicke Eis wird nur langsam schmelzen, und Windböen um 40 Kilometer pro Stunde sind möglich."

Wie groß der bereits angerichtete Schaden tatsächlich ist, könne derzeit nicht gesagt werden, vorher müsse man das Ende der "Eiszeit" abwarten.

Die wichtigsten Ereignisse im krone.at-Überblick:

  • 17.12 Uhr, Burgenland: Für die eingeschlossenen Bewohner im Ortsteil Forchtenstein- Rosalia, die dank der Hilfe des Bundesheeres mit Lebensmitteln versorgt werden konnten, wird das Warten auf besseres Wetter, das den Eisbelag an den Bäumen schmelzen und abfallen lässt, langsam zur Geduldsprobe. "Unruhig, beängstigend" beschrieb etwa Martina Bierbaumer, die auf der Rosalia lebt, die Stimmung: Alle paar Minuten höre man einen Baum zu Boden krachen. "Die Bäume hängen ziemlich kopflastig, und durch das viele Eis wird es gefährlich", beschrieb Offiziersstellvertreter Anton Schmidbauer die Situation. "Wenn jetzt noch der Wind dazukommt, dann ist es ganz tragisch."
  • 16.15 Uhr, Niederösterreich: Die Nationalparkgemeinde Hardegg ist nach wie vor nicht erreichbar, sowohl die L38 als auch die L1045 bleiben für den Verkehr gesperrt. Die Wasserversorgung sei gesichert, Strom werde über Großgeneratoren geliefert, teilte Feuerwehrsprecher Franz Resperger am Nachmittag mit. Außerdem wurden und werden in Hardegg umgestürzte Baumgruppen gesprengt. Die Lage bleibe angespannt, betonte Landesrat Stephan Pernkopf, sprach gleichzeitig aber auch ein Lob für die gute Zusammenarbeit zwischen Land, Gemeinden, Feuerwehr und EVN aus.
  • 15.33 Uhr, Niederösterreich: Ein "Krone"- Lokalaugenschein in Gföhleramt, Bezirk Krems, verdeutlicht einmal mehr die Gefährlichkeit der derzeitigen Wettersituation. Das Team begleitete in den Morgenstunden einen 52- jährigen Betroffenen, dessen Familie seit zwei Tagen ohne Strom auskommen muss. Das selbstlose Ziel des Mannes: Den Weg für seinen Nachbarn "freischneiden", damit dieser seine Frau im Krankenhaus besuchen kann. Die Fahrt über die Landstraße entwickelte sich aufgrund umgestürzter Bäume zum Spießroutenlauf - und das trotz Motorsäge und Schützausrüstung im Wagen.
  • 14.59 Uhr, Burgenland: Das Bundesheer, das mit einem Bergepanzer und einem Lkw nach Forchtenstein- Rosalia angerückt ist, versorgt nun die etwa 80 Eingeschlossenen, die sich derzeit noch in ihren Häusern befinden. Zuvor hatten die Betroffenen die Möglichkeit gehabt, Lebensmittel zu bestellen. Diese werden nun ausgeliefert. Weiterhin sind die Menschen dazu angehalten, in den Räumlichkeiten zu bleiben, "weil es zu gefährlich ist", so Bürgermeisterin Friederike Reismüller.
  • 13.57 Uhr, Oberösterreich: Liebenau gleicht einer Geisterstadt, die Straßen sind regelrecht leer gefegt. Die Bewohner haben sich in ihre Häuser zurückgezogen, zu groß ist die Angst, von umstürzenden Bäumen oder abgebrochenen Wipfeln getroffen zu werden.
  • 13.22 Uhr, Niederösterreich: Neben der zahlreichen Stromausfälle sei nun auch das Handynetz in den betroffenen Regionen komplett zusammengebrochen, berichtete der ORF. Dies stelle ein großes Problem für die Vielzahl an Einsatzkräften dar, die sich nun schwer bis gar nicht koordinieren können.
  • 13.15 Uhr, Niederösterreich: Die Lage im Raum Ottenschlag im Waldviertel bleibt angespannt. Zwar sind die Temperaturen mittlerweile leicht angestiegen, der nun einsetzende Wind beschleunigt jedoch die Eisbildung - das Eis ist stellenweise bis zu 15 Zentimeter dick.
  • 12.16 Uhr, Burgenland: Im Ortsteil Forchtenstein- Rosalia (Bezirk Mattersburg) spitzt sich die Lage zu: Auch für Feuerwehrfahrzeuge gebe es wegen der Gefahr durch vereiste Bäume derzeit kein Durchkommen mehr, erklärte Bürgermeisterin Friederike Reismüller. Das zur Assistenz angeforderte Bundesheer schickt einen Bergepanzer und einen Lkw, so Oberst Ulrich Szekely vom Militärkommando Burgenland. Eine Besserung der Lage war weiter nicht in Sicht: "Es wird noch schlechter, weil es kommt auch noch der Wind", sagte die Bürgermeisterin.
  • 12.08 Uhr, Burgenland: Das Bundesheer entsendet ein Erkundungsteam in die betroffenen Regionen, um einen möglichen Einsatz zu planen.
  • 11.34 Uhr, Niederösterreich: Wegen der herrschenden Witterungsbedingungen wurde am Mittwoch auch für den Bezirk Horn der Katastrophenalarm ausgelöst. Ein Sprecher von VP- Landesrat Stephan Pernkopf teilte auf Anfrage außerdem mit, dass sich das für Katastrophenschutz zuständige Regierungsmitglied noch im Laufe des Tages selbst ein Bild von der Situation machen werde.
  • 11.27 Uhr, Steiermark: In der Nacht auf Mittwoch gab es erneut mehrere Feuerwehreinsätze wegen Eisbruchs. Umgefallene Bäume blockierten Straßen und mussten beseitigt werden. In der West- und Oststeiermark waren rund 600 Haushalte ohne Strom, so Energie- Steiermark- Sprecher Urs Harnik- Lauris. "Mit einer Entspannung ist erst am Freitag zu rechnen", vermutete Feuerwehrsprecher Thomas Meier.
  • 11.18 Uhr, Oberösterreich: Wegen Raureif umgestürzte Bäume führten zu zahlreichen Straßensperren. Besonders betroffen waren das Hausruck- und das Mühlviertel. In Liebenau (Bezirk Freistadt) waren am Mittwoch die Schulen geschlossen, um am Weg dorthin keine Kinder zu gefährden.
  • 10.48 Uhr, Niederösterreich: Mittwoch früh standen Feuerwehrsprecher Franz Resperger zufolge etwa 250 Helfer im Einsatz. Katastrophenhilfsdienstzüge wurden bereits vorinformiert. "Bei Bedarf stehen somit 5.000 Einsatzkräfte aus anderen Bezirken zur Verfügung."
  • 10.03 Uhr, Burgenland: Die Lage im derzeit abgeschnittenen Ortsteil Forchtenstein- Rosalia im Bezirk Mattersburg entspannt sich noch nicht. Gefrierender Nebel und Nieselregen ließen in den Nachtstunden zahlreiche Äste brechen und Bäume umstürzen. Wann die Straßensperre der L223 aufgehoben werden kann, ist nicht absehbar.
  • 9.15 Uhr, Niederösterreich: Besonders betroffen von den Wetterkapriolen sind derzeit die Gemeinden Lichtenau, Weinzirl am Walde, Albrechtsberg an der Großen Krems, Jaidhof, Gföhl und St. Leonhard am Hornerwald. Die Koordination der mittlerweile über 1.000 Einsätze läuft über die Zentrale in Tulln.
  • 9.10 Uhr, Niederösterreich: Die Zahl der geschlossenen Schulen hat sich am Mittwoch auf etwa 20 erhöht, teilte Alfred Grünstäudl, Bildungsbeauftragter für die Region, auf Anfrage mit. Betroffen bleibt weiterhin insbesondere der Raum Ottenschlag im Bezirk Zwettl. Keinen Unterricht gibt es überdies in Lichtenau im Bezirk Krems.

03.12.2014, 17:33
AG/red
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