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22.05.2017 - 21:20
Dunkle Wolken über dem Wiener Burgtheater
Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

Burgtheater- Prüfbericht zeichnet desaströses Bild

16.03.2016, 09:36

Misswirtschaft, Finanzchaos, mangelnde Kontrolle - der Rohbericht des Rechnungshofs lässt kaum ein gutes Haar an den Machenschaften am Wiener Burgtheater. Insbesondere die ehemalige Geschäfsführung nehmen die Prüfer ins Visier, allen voran der frühere Theaterboss Matthias Hartmann: 52.000 Euro soll er für Reisen und Telefon kassiert haben - ohne Genehmigung und ohne Belege. Ganz zu schweigen von jenen mehr als zwei Millionen Euro, bei denen die dafür erbrachte Leistung "nicht immer nachvollziehbar" gewesen sei...

Nach der im Jahr 2014 aufgeflogenen Finanzaffäre rund um das Burgtheater liegt nun der "Presse" die Rohfassung des Rechnungshof- Prüfberichts vor, den Kulturminister Josef Ostermayer in Auftrag gegeben hatte. Und dieser Bericht zeichnet ein wahrlich desaströses Bild von den Machenschaften an Wiens Vorzeigespielstätte. Insbesondere die damalige Geschäftsführungsriege, darunter Silvia Stantejsky und Matthias Hartmann, bekommen ihr Fett ab.

Buchführung fehlerhaft

Der Rohbericht kritisiert unter anderem, dass die "Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung" in den Geschäftsjahren 2013/14 nicht beachtet worden seien. Zudem seien falsche Daten zur Berechnung der Personalrückstellung an die Gutachter übermittelt worden.

2008/09 betrug der Anteil an Eigenkapital der Burgtheater GmbH noch satte 57 Prozent. Doch bereits im Geschäftsjahr 2012/13 klaffte ein Loch von 10,29 Millionen Euro in der Eigenkapital- Bilanz. Eine Insolvenz konnte damals nur knapp vermieden werden.

Die Ursache für das Finanzchaos sieht der Bericht laut "Presse" in den hohen Kosten der Bühnenproduktionen, die das Theaterbudget bei Weitem sprengten. "Trotz unzureichender finanzieller Reserven wurden Bühnenproduktionen durchgeführt, die die Budgets um insgesamt 9,63 Millionen Euro überschritten", heißt es da.

Die ehemalige Burgtheater-Vizedirektorin Silvia Stantejsky
Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER

Auszahlungen ohne Belege

Trotz der heiklen Finanzlage wurden laut Rohbericht in 7362 Fällen insgesamt 21,14 Millionen Euro an Akonti - also in bar - an Beschäftigte und Werkvertragsnehmer ausbezahlt. Allerdings konnte die Burgtheater GmbH in rund 80 Prozent der Fälle dafür keine Belege vorweisen. Auch bei einer Stichprobenprüfung von 65 (vorhandenen) Belegen fand sich "nur ein einziger ordnungsgemäßer". Zuständig und verantwortlich dafür sehen die Prüfer die damalige kaufmännische Geschäftsführerin Silvia Stantejsky.

Zudem habe sich Stantejsky selbst im August 2008 rund 9400 Euro unter Missachtung des Vieraugenprinzips ausbezahlt. Ihre Leistung: nicht konsumierte Freizeit - eine Rechtsgrundlage dafür gibt es laut Prüfungskommission aber nicht.

Matthias Hartmann
Foto: APA/EPA/HERBERT PFARRHOFER

52.000 Euro für Reisen, Telefon und Umzug

Schließlich soll auch der ehemalige Theaterboss Matthias Hartmann aus dem Vollen geschöpft haben: Von 2006 bis zu seiner Entlassung im Jahr 2014 flossen 2,23 Millionen Euro an ihn - allerdings gab es für die Auszahlungen "nicht immer" einen nachvollziehbaren Grund. Zudem kassierte er rund 52.000 Euro an Reise- , Telefon- und Umzugsspesen - offenbar ohne erforderliche Genehmigung seitens der Burgtheater- Holding und mehrheitlich ohne dafür Belege zu verlangen.

16.03.2016, 09:36
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