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07.12.2016 - 09:52
Foto: APA/DANIEL RAUNIG, APA/ GERT EGGENBERGER / Video: APA

Billa- Gründer Karl Wlaschek ist tot

01.06.2015, 18:40
Karl Wlaschek ist tot. Der Immobilien-Milliardär und Gründer des Handelsriesen Billa, Karl Wlaschek, ist am Sonntag im Alter von 97 Jahren in Graz gestorben. Beigesetzt wird Wlaschek laut "Standard"-Bericht vom Montag in seinem Mausoleum im Palais Kinsky auf der Freyung in Wien.

1953 hatte der Selfmade- Man als Kaufmann begonnen und 43 Jahre später die Handelskette Billa 1996 für geschätzte 1,1 Milliarden Euro an den deutschen Rewe- Konzern verkauft. Das Geld steckte er in Immobilien. Rasch stieg er zum größten privaten Hausherrn Österreichs auf, derzeit umfasst der Immobilienbesitz der Karl Wlaschek Privatstiftung österreichweit mehr als 150 Objekte.

Karl Wlaschek und Ricki Schenk, seine fünfte Ehefrau
Foto: APA/GERT EGGENBERGER

Jüngster Mega- Deal war im Herbst 2011 der Erwerb des Schlosshotel Velden, das er der notverstaatlichten Hypo Alpe Andria Bank um kolportierte 50 Millionen Euro abkaufte. Im Juli 2014 kaufte Wlaschek der Vienna Insurance Group das Wiener Ring- Palais an der Ecke zur Babenbergerstraße für 17,5 Millionen Euro ab. Bekannt geworden ist das Gebäude durch sein Penthouse, das Ex- Finanzminister Karl- Heinz Grasser gemietet hatte.

Wlaschek hinter Mateschitz und Graf drittreichster Österreicher

Der am 4. August 1917 in Wien geborene Wlaschek zählte viele Jahre lang zu den reichsten Österreichern. Laut dem US- Magazin "Forbes" belief sich Wlascheks Vermögen 2014 auf 3,83 Milliarden Euro. Damit lag er weltweit auf Platz 393 der vermögendsten Menschen. Nur zwei Österreicher waren noch reicher als Wlaschek: Dietrich Mateschitz (Red Bull) mit 10,8 und Johann Graf (Novomatic) mit 6,6 Milliarden US- Dollar.

Das Glück seines Lebens sei es gewesen, die Kriegsjahre heil überstanden zu haben, sagte Wlaschek im November 2005 bei der Präsentation seiner Memoiren. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er unter dem Pseudonym "Charlie Walker" als Pianist und Bandleader tätig. 1953 legte er mit einer kleinen Parfümerie, die er als Einzelgesellschaft eintragen ließ, den Grundstein für eine expansive Handelsgruppe. Knapp sieben Jahre später nannte er schon 45 Lebensmittelgeschäfte sein Eigen, die ab 1960 unter dem Namen "Billa" - für "Billiger Laden" - firmierten.

Handelsimperium mit 18.000 Mitarbeitern

Bis zum Verkauf des Billa- Handelsriesen mit damals 50 Milliarden Schilling (3,63 Milliarden Euro) Jahresumsatz im Sommer 1996 an Rewe hatte es Wlaschek auf ein Handelsimperium mit 18.000 Mitarbeitern und 1.340 Filialen gebracht, die unter der Konzernholding BML Vermögensverwaltung AG zusammengefasst waren. Daneben zählten zu der von Rewe übernommenen BML die Marken Mondo und Emma, die Parfümerie- Kette Bipa, ferner die Billa- Töchter in Ungarn, Polen, Tschechien, der Slowakei, Italien und Deutschland. 1994 brachte der Handels- Guru die Billareal Immobilieninvest AG in Wien an die Börse. Das Unternehmen notierte allerdings nur drei Jahre, bis 1997, am Aktienmarkt, weil es von der Karl- Wlaschek- Stiftung zurückgekauft wurde.

Nachdem er bei der Privatisierung der damals zweitgrößten Bank des Landes, der Creditanstalt, nicht zum Zug kam, begann Wlaschek sein Vermögen in Immobilien anzulegen. Sein beachtlicher Realitätenbesitz ist über zahlreiche Gesellschaften und Stiftungen mit teils klangvollen Namen ("Amisola", "Estrella", "Ermione", "Novoreal") gemanagt. Neben etlichen herrschaftlichen Palais (darunter Kinsky, Ferstel, Esterházy und Harrach) in der Wiener Innenstadt besitzt der Immo- Tycoon rund 250 Objekte in ganz Österreich. Wlascheks Immobilienreich ist 1,94 Milliarden Euro wert, hieß es zuletzt im Oktober 2011.

"Beim Gschäft bin i guad, bei de Weiber bin i a Depp"

Kronprinz für das Wlaschek- Vermögen ist der 40- jährige Sohn aus Wlascheks zweiter Ehe, Karl Philipp, der seit Jahren wichtige Positionen im Firmen- Imperium innehat. Als weitere Begünstigte der Stiftungen galten nach früheren Berichten Maria- Luise Bittner, Wlascheks Tochter aus erster Ehe, sowie Stieftochter Claudia Hönigsberger, deren Mutter Karin, die vierte Ehefrau des Milliardärs, im Herbst 2003 verstorben ist. Insgesamt brachte es Wlaschek samt der überraschenden Heirat mit seiner Lebensgefährtin Ricki Schenk im April 2012 in Velden auf fünf Ehen und drei Scheidungen. Wegen der Vielzahl von Lebensgefährtinnen in früheren Jahren nannte ihn eine Zeitung einen Womanizer. Er selbst sah dies offenbar gelassen: "Beim Gschäft bin i guad, bei de Weiber bin i a Depp", lautete ein legendärer Spruch Karl Wlascheks.

01.06.2015, 18:40
AG/red
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