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06.12.2016 - 04:55
Foto: APA/BARBARA GINDL, APA/HELMUT FOHRINGER, krone.at-Grafik

Ärzte schießen scharf: "ELGA rettet kein Leben"

12.03.2014, 12:33
An der elektronischen Gesundheitsakte scheiden sich weiterhin die Geister: Der Hausärzteverband hat am Mittwoch in seiner Kritik an ELGA noch einmal ordentlich nachgelegt. "ELGA rettet kein Leben", erklärte Sprecher Wolfgang Geppert bei einer Pressekonferenz. Die Mediziner wollen demnach "Märchengeschichten" rund um die Akte widerlegen. Die ELGA-Verantwortlichen wiesen dies zurück und forderten "eine Rückbesinnung auf die Fakten".

Als "Märchen" wiesen die Ärzte am Mittwoch etwa zurück, dass ELGA bei Bewusstlosen mithelfen könne, rascher zu einer Diagnose und Therapie zu kommen. In Notfällen zählten Sekunden, da könne man nicht minutenlang auf Datenabfragen warten, widersprach Notarzt Karl Ischovitsch.

Hausärzteverband ortet "echte Desinformation"

Auch einen medizinischen Fortschritt durch ELGA gebe es nicht, betonte Hausärzteverband- Präsident Christian Euler. Sie werde frühestens in fünf Jahren das können, was die hausärztliche EDV schon heute leiste. Als Mittel gegen Betrug durch Ärzte diene ELGA ebenso wenig, und die Warnung vor der Gesundheitsgefährdung durch die Abmeldung von ELGA sei "eine echte Desinformation", so Geppert.

Datenschützer: "Das soll die Zukunft sein?"

Hans Zeger von der ARGE Daten kritisierte zudem, dass ELGA von Verwaltungsbeamten konzipiert sei. Entsprechend sei sie ein "intransparentes und kompliziertes bürokratisches System". Aufgabe von Ärzten sei es aber nicht, Akten zu verwalten, sondern Menschen zu behandeln und das notwendige zu dokumentieren. "Das soll die Zukunft der Gesundheitsbetreuung sein?", höhnte Zeger. "Da kann ich nur sagen, Gott sei Dank bin ich noch gesund, und hoffentlich bleibe ich es auch."

ELGA- Verantwortliche sehen breite Akzeptanz in Bevölkerung

Bei der für die Realisierung des Systems zuständigen ELGA GmbH wies man die Kritik zurück. Die Gesundheitsakte eröffne neue Möglichkeiten der Qualität im Gesundheitswesen, hieß es in einer Aussendung. Und entgegen der Meinung vieler Hausärzte erfahre die elektronische Gesundheitsakte eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung.

ELGA habe demnach das Potenzial, das österreichische Gesundheitssystem maßgeblich zu verbessern. Neben der zielgerichteten Unterstützung der Ärzte stärke sie vor allem die Rechte der Patienten. Diagnose und Behandlungsverläufe würden transparenter, die Menschen könnten sich künftig leichter über ihren Gesundheitszustand informieren und würden in ihrer Gesundheits- und Entscheidungskompetenz gestärkt, betonten die Verantwortlichen.

12.03.2014, 12:33
AG/red
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