Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
21.09.2017 - 11:16
Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

Spenden in eigene Tasche gesteckt - Freisprüche in OÖ

18.10.2012, 19:31
Im Betrugsprozess um einen oberösterreichischen Kinderschutzverein sind der frühere Vereinsobmann und ein ehemaliger Mitarbeiter am Donnerstagabend in Linz im Zweifel freigesprochen worden. Den beiden Männern war vorgeworfen worden, Spendengelder in die eigene Tasche gesteckt zu haben. Die Urteile sind nicht rechtskräftig, der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab.

Die Staatsanwaltschaft legte dem Hauptangeklagten - einem 51- jährigen Oberösterreicher - teils vollendeten gewerbsmäßigen Betrug und betrügerische Krida zur Last und warf ihm vor, Spendeneinnahmen des von ihm 2003 gegründeten Kinderschutzvereins veruntreut zu haben.

Die Anklage ging von einem Gesamtschaden in der Höhe von rund 423.000 Euro aus. Ein erheblicher Teil davon sei jedoch nicht an den Beschuldigten selbst gegangen, wie der Staatsanwalt einräumte, sondern beispielsweise als Provision an eine Agentur. Dem Zweitangeklagten wurden etwa 13.000 Euro Schaden zugeordnet. Offizieller Zweck des Vereins war die Hilfe für misshandelte und missbrauchte Kinder.

Vereinszweck "von Anfang an gut gemeint"

Man sei bei der Anklageerhebung vor knapp einem Jahr von einem weit geringeren Erkenntnisstand ausgegangen, so der Staatsanwalt in seinem Schlussplädoyer. Er räumte ein, dass der Vereinszweck "von Anfang an gut gemeint war". Es sei aber nicht gelungen, ihn in die Praxis umzusetzen. Zudem seien viele Umstände heute nicht mehr rekonstruierbar, nicht zuletzt aufgrund von Lücken in der Buchführung.

Der Ankläger zeichnete ein düsteres Bild der Branche, so würden beim Spendensammeln Prozentsätze bis zu 90 Prozent "in dunkelsten Kanälen unseriöser Agenturen" verschwinden. Doch laut Entscheidung des Obersten Gerichtshofs müssten die Organisationen ihre Spender nicht darauf hinweisen, welcher Anteil in die Verwaltung fließe. Der Hauptangeklagte sagte vor Gericht, er habe eine Agentur engagiert, die das 1,7- Fache eines Jahres- Mitgliedsbeitrags im Verein als Provision verlangt habe.

"Man kann mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein"

Schwierig gestaltete sich der Prozess vor allem wegen der schlecht nachvollziehbaren Abrechnungen. Fragen beantworteten die Angeklagten, aber auch Zeugen eher ausweichend und spielten sich gegenseitig den Ball zu. Der ehemalige Kassier des Vereins sagte aus, er habe seine Funktion "blauäugig" und nur als Freundschaftsdienst ausgeübt. Ähnlich äußerte sich auch die frühere Schriftführerin.

"Man kann mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein", so der Richter in der Urteilsbegründung - teilweise habe "heilloses Chaos" geherrscht. Dennoch sei der Grundsatz "im Zweifel für die Angeklagten" anzuwenden gewesen. Die Privatbeteiligten wurden auf den Zivilrechtsweg verwiesen.

18.10.2012, 19:31
AG/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum