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23.09.2017 - 11:17
Foto: Andi Schiel

Lichtblick für Eugen A.: Schwer kranke Frau darf heim

30.09.2011, 19:06
Das Drama um den in Dubai wegen Mordes angeklagten Arzt Eugen A. ist zwar noch keineswegs endgültig ausgestanden, doch zumindest an diesem Wochenende gibt es für die leidgeprüfte Familie einen Lichtblick: Die schwer kranke Ehefrau durfte am Freitag aus dem Spital nach Hause, in Bad Ischl wird nun gemeinsam gefeiert.

"Unsere Mutter kommt nach Hause. Wir wollen endlich wieder einmal alle zusammen sein", berichtet Sohn Gabriel A. Er arbeitet in Wien, nahm sich frei, um gemeinsam mit Bruder Tassilo für die Rückkehr des seit Monaten in Dubai praktisch gefangenen Vaters zu kämpfen.

Der Anästhesieprimar war wegen einer Mordanklage in dem Wüstenstaat festgehalten worden (siehe Infobox). Er durfte nach vielfältigen diplomatischen Anstrengungen am Mittwoch nach Österreich zurückkehren, muss jedoch am nächsten Prozesstag, dem 16. Oktober, wieder vor dem Gerichtshof in Dubai erscheinen.

"Ehrenmann, nicht Feigling"

A. will "als Ehrenmann" in den Wüstenstaat zurückkehren - und nicht als Feigling irgendwo untertauchen. "Bis ans Ende meiner Tage von Interpol als Mordverdächtiger gejagt zu werden, ist keine Perspektive", sagt er bei seiner Ankunft in Österreich. Zudem will er vor Gericht seine Unschuld klären.

Möglich wurde die Heimkehr durch eine vorübergehende Ausreiseerlaubnis aufgrund der schwierigen humanitären Situation des Oberösterreichers, seiner schwer kranken Ehefrau. Das bisher letzte Mal war A. zu Weihnachten 2009 in Österreich.

Zum Todeszeitpunkt gar nicht im Dienst

Dem Oberösterreicher wird gemeinsam mit einem indischen Kollegen der Tod eines querschnittgelähmten Patienten durch Unterlassung von Hilfeleistung und die Gabe einer hohen Dosis Opiate im Februar 2009 im Rashid Hospital in dem arabischen Emirat vorgeworfen. Er soll eine Order ausgegeben haben, dass der Kranke im Falle eines Herzstillstands nicht wiederbelebt werden soll. Der indische Kollege war der diensthabende Arzt, als der Patient einen Herzinfarkt erlitt.

Laut Eugen A. war der Inder zu diesem Zeitpunkt mit einem weiteren Patienten beschäftigt und hatte daher keine Zeit, den gelähmten Patienten zu reanimieren. Der Bad Ischler sei zum Zeitpunkt des Todes bereits seit 36 Stunden nicht mehr im Krankenhaus gewesen. Während der österreichische Mediziner von seinem jetzigen Arbeitgeber im Al Ain Hospital in Abu Dhabi suspendiert wurde, darf der mitangeklagte Inder laut Eugen A. weiterhin auf der Station im Hospital Dienst versehen.

30.09.2011, 19:06
Christoph Gantner, Kronen Zeitung
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