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25.09.2017 - 12:14
Foto: Jauschowetz

Jeder zweite muss Heimatbezirk zum Arbeiten verlassen

17.05.2010, 15:39
Jeder zweite Arbeitnehmer muss seinen Heimatbezirk oder gar das Bundesland verlassen, um zur Arbeit zu gelangen - das hat eine Studie der NÖ Arbeiterkammer (AKNÖ) für die Jahre 2005 bis 2009 ergeben, die kürzlich veröffentlicht wurde. 260.000 Menschen seien in Niederösterreich betroffen, werktäglich kämen sechs neue Pendler hinzu, informierte AKNÖ-Präsident Hermann Haneder am Montag.

Im gesamten Bundesland pendeln über 85.000 Personen mehr aus als ein. Rund fünf Prozent der Pendler stammen aus dem Ausland, der Bezirk Bruck an der Leitha hat dabei mit 13,5 Prozent den höchsten Anteil. Nur in drei Bezirken gibt es zumindest rechnerisch mehr Arbeitsplätze als wohnhaft Beschäftigte. Fast die Hälfte der niederösterreichischen Arbeitsplätze liegt im Industrieviertel, dennoch ist die Zahl der Auspendler mit Ausnahme der Bezirke Mödling und Wien- Umgebung größer als jene der Einpendler.

Bezirk St. Pölten: Mehr Ein- als Auspendler 
Pendlerviertel Nummer eins ist das Weinviertel. 22,9 Prozent der niederösterreichischen Auspendler leben in dieser Region. Hauptziel ist Wien, etwa jeder Zweite arbeitet in der Bundeshauptstadt. Spitzenreiter unter den Bezirken sind Korneuburg und Gänserndorf. "Knotenpunkt" für die Pendler in Niederösterreich ist auch die Landeshauptstadt St. Pölten: Rund ein Fünftel der Arbeitsplätze sind im Zentralraum angesiedelt, der Anteil der Einpendler übersteigt aber nur im Bezirk St. Pölten jenen der Auspendler. Diese zieht es häufig nach Wien, aber auch in die Steiermark.

Im Mostviertel ist die Arbeitsbevölkerung in den vergangenen fünf Jahren gewachsen, die absolute Zahl der Auspendler ist jedoch immer noch fast doppelt so hoch wie jene der Einpendler. Neben den Nachbarbezirken sind vor allem die Zentralräume Wien und St. Pölten sowie das benachbarte Oberösterreich starker Anziehungspunkt. Das Waldviertel hat verglichen mit den anderen Regionen den geringsten Anteil an Auspendlern zu verzeichnen, aber auch deren Anteil ist höher als jener der Einpendler. Vor allem innerhalb dieses Viertels wird stark verkehrt, Wien und Oberösterreich spielen ebenfalls eine große Rolle.

Arbeitswege werden länger

Die Arbeitswege werden laut Studie länger - 2003 waren es täglich 20,1 Kilometer, 2008 bereits 20,9 Kilometer. Die durchschnittliche Dauer für den Arbeitsweg blieb mit 30 Minuten unverändert. 65 Prozent der werktäglichen Wege werden mit dem Pkw als Fahrer oder Mitfahrer zurückgelegt. Die AKNÖ forderte daher, den öffentlichen Verkehr zu attraktivieren und die Pendler vermehrt finanziell zu unterstützen. Eine Erhöhung der Mineralölsteuer lehne man ab, hieß es.

Als Grundlage für die Studie wurden die Daten vom Stichtag der vergangenen AK- Wahl herangezogen. Rund 80 Prozent der unselbstständig Beschäftigten in Niederösterreich wurden so erfasst.

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