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22.08.2017 - 07:51
Foto: Jürgen Radspieler

Fahrer gefeuert - Konzern muss 61.000 Euro zahlen

13.07.2010, 07:00
Ein Lkw-Fahrer aus dem Bezirk Melk ist plötzlich entlassen worden, weil er die Tacho-Scheibe manipuliert haben soll. Alle Anschuldigungen erwiesen sich als haltlos. Dennoch musste der 43-Jährige mithilfe der Arbeiterkammer drei Jahre lang um sein Recht kämpfen - mit Erfolg: Jetzt bekam der Chauffeur 61.000 Euro zugesprochen.

Der Familienvater war ein zuverlässiger Angestellter. „In 20 Jahren bei der Firma habe ich nur 15 Tage wegen Krankheit gefehlt“, sagt der Kraftfahrer. Doch aus heiterem Himmel zählte das alles nichts: Gleich nach dem Urlaub wurde der Chauffeur zum neuen Betriebsleiter zitiert. „Der hielt mir eine Tacho- Scheibe unter die Nase, sprach von Urkundenfälschung und warf mich raus“, schildert der 43- Jährige.

Es folgte ein Spießrutenlauf. Stundenlang musste der zu Unrecht Beschuldigte Polizisten Rede und Antwort stehen: „Ich wurde verhört wie ein Schwerverbrecher.“ Der Staatsanwalt stellte das Verfahren ein, der Arbeitgeber – ein Handelskonzern – blieb jedoch hart: „Gegen alle Urteile zugunsten des Angestellten wurde berufen“, sagt Gabriele Lukassen. Die Juristin der Arbeiterkammer begleitete den Lastwagenfahrer durch die Rechtsinstanzen. In dieser Zeit stand die Familie des Betroffenen meist am Rande des finanziellen Abgrunds: „Meine Frau verdiente als Teilzeitkraft knapp 520 Euro, unser Sohn hatte gerade die Lehre abgeschlossen.“

Erst der Oberste Gerichtshof stoppte den Leidensweg des Mannes aus dem Texingtal. Lukassen: „Es war erwiesen, dass der Betriebsleiter nur ein Exempel statuieren wollte, um andere einzuschüchtern.“ Die Entlassung von 2007 wurde aufgehoben. Für ausstehenden Lohn sowie als Abfertigung erhielt der Chauffeur dank Hilfe der Experten der Arbeiterkammer 61.000 Euro.

Der 43- Jährige arbeitet jetzt bei einem kleinen Familienbetrieb: „Hier wird man als Angestellter geschätzt, da fühle ich mich wohl!“

von Christoph Weisgram, Kronen Zeitung

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