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20.08.2017 - 23:24
Foto: dpa/Stefan Hesse

Dreijährige von Pitbullterriern attackiert

08.09.2009, 18:38
Das von drei Hunden im Bezirk Lilienfeld schwer verletzte Mädchen, dem laut Polizei unter anderem ein Ohr abgebissen wurde, muss noch bis zu zwei Wochen im Spital behandelt werden. Die Dreijährige könnte danach möglicherweise bei einer Pflegefamilie untergebracht werden. Die Behörden prüfen, ob der Mutter, die bereits seit 2008 von der Jugendschutzabteilung betreut wird und versucht haben soll, den Vorfall zu vertuschen, die Obsorge entzogen werden soll. Ermittelt wird außerdem wegen fahrlässiger Körperverletzung. Drei Pitbullterrier hatten das Kind am 2. September im Haus der Eltern des Lebensgefährten der Mutter angefallen und in Kopf und Gesicht gebissen.

Dem Mädchen gehe es den Umständen entsprechend gut, Lebensgefahr bestehe nicht, sagte der Lilienfelder Bezirkshauptmann Ernst Anzeletti. "Laut Aussage der Ärzte wird zumindest ein Teil der Ohrmuschel verloren gehen." Die Kratzer und Bisswunden im Kopfbereich müssten später vielleicht kosmetisch versorgt werden, so Anzeletti.

Die drei Pitbullterrier seien kürzlich ein Jahr alt geworden. Es gebe Vermutungen, dass sie das Mädchen in spielerischem Verhalten angegriffen hätten, erklärte der Bezirkshauptmann. Noch laufen allerdings die Erhebungen der Polizei, die einen Abschlussbericht an die zuständige Staatsanwaltschaft in St. Pölten verfassen muss. Diese will dann prüfen, ob es einen Strafantrag geben wird. "Ermittelt wird jedenfalls in Richtung fahrlässige Körperverletzung", erklärte Behördensprecher Gerhard Sedlacek. Da sich der Vorfall nicht bei dem Mädchen zu Hause zugetragen habe, müsse man zusätzlich die Verantwortlichkeiten abklären.

Kein Grund, die Mutter von dem Mädchen abzuschotten

Die Jugendabteilung der Bezirkshauptmannschaft Lilienfeld prüft unterdessen, ob der Mutter das Sorgerecht entzogen werden soll. Es gehe darum festzustellen, in wie weit die Frau imstande sei, sich um ihre Tochter mit der nötigen Sorgfalt zu kümmern, betonte Anzeletti. Trotz unterstützenden Maßnahmen für die Familie seit 2008 seitens der Jugendwohlfahrt gebe es derzeit jedenfalls keinen Grund, die Mutter von dem Mädchen abzuschotten. Eine Entscheidung über die Obsorge wird frühestens am Donnerstag erwartet.

Auch Zukunft der Pitbulls ungewiss

Noch nicht fest steht, was mit den bissigen Pitbullterriern passieren wird. Die drei Hunde, die das Mädchen attackiert haben, seien "von der Haltung und der Gefährlichkeit bisher nie auffällig gewesen", so Anzeletti. "Wir überprüfen nach dem Tierschutzgesetz die Haltung und den Halter." Laut den Nachbarn habe es jedenfalls nie Probleme gegeben. "Die Hundehaltung selbst wurde vom Amtsarzt überprüft", betonte er. "Laut Tierschutzgesetz haben wir keine Handhabe einzugreifen."

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