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18.08.2017 - 04:00
Foto: APA/HANS KLAUS TECHT (Symbolbild)

Anwälte kämpfen für neuen Prozess

20.02.2017, 10:38

Paukenschlag im Fall des wegen Vergewaltigung verurteilten früheren Pfarrers von Traiskirchen im Bezirk Baden: Wie berichtet, hat sich eine neue Zeugin gemeldet, die Anschuldigungen des Opfers widerlegt. Der Bursche behauptet aber, die Frau nicht zu kennen. Doch die Anwälte des Geistlichen wollen genau das beweisen.

Rückblick: Pater F. soll als Pfarrer von Traiskirchen einen jungen Mann missbraucht haben. Der Geistliche bestritt alle Vorwürfe, sprach von einer einvernehmlichen Beziehung. Legte sogar "Liebesbriefe" des mutmaßlichen Opfers und Fotos von trauter Zweisamkeit und gemeinsamen Urlauben vor. Vergeblich, F. wurde zu vier Jahren Haft wegen Vergewaltigung verurteilt.

Bei seinen Anwälten Michael Dohr und Amir Ahmed hat sich aber eine neue Zeugin gemeldet: Ihr habe der junge Mann sinngemäß gestanden, dass es keine Vergewaltigung gab. Doch nun streitet er unter anderem ab, die Frau überhaupt zu kennen. "Wir können teilweise sogar mit Videoaufnahmen belegen, dass seine Behauptung nicht haltbar ist. Es gibt beispielsweise Chat- Protokolle, aus denen ganz klar hervorgeht, dass die Frau und der frühere Freund unseres Mandanten mehrfach Kontakt hatten", so das Verteidiger- Duo Michael Dohr und Amir Ahmed. Auch eine Handyauswertung bestätige dies.

Zudem existieren noch weitere Aussagen von anderen Zeugen, die den Pfarrer und das mutmaßliche Opfer bei "leidenschaftlichen Zungenküssen" beobachtet haben wollen.

Nun muss ein Gericht über die Wiederaufnahme des Verfahrens entscheiden.

Insider sind jedenfalls sicher, dass es einen neuen Prozess geben wird. "Alles andere wäre ein unglaublicher Justiz- Skandal", so ein Jurist zur Krone, der namentlich nicht genannt werden möchte.

Kronen Zeitung

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