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26.03.2017 - 00:01
Foto: "Krone"-Grafik, thinkstockphotos.de

Wien: Kosten für private Kindergärten explodieren

02.12.2016, 16:41

Skandale, Krimis und Hunderte Millionen an Kosten: Die Stadt Wien hat ein Problem mit den vielen privat geführten Kindergärten. Eigentlich kein Wunder: So stieg die Zahl der privaten Kindergartenplätze seit 2006 um 52 Prozent - und gleichzeitig explodierten die Kosten um 292 Prozent auf 309 Millionen Euro. Das Team der Kontrolleure wurde seit 2006 aber nicht wesentlich verstärkt: Statt sieben prüfen nun 13 Beamte die 1449 Kindergärten.

Aktuell laufen zwei Strafverfahren gegen Betreiber von privaten Kindergärten. Heuer mussten - nach mehreren Skandalen auch mit nicht- österreichischen Betreibern - sechs der 1449 privaten Betreuungseinrichtungen behördlich geschlossen werden. Jetzt lieferten die zwei zuständigen Stadträtinnen Sandra Frauenberger und Sonja Wehsely der "Krone" interessante Fakten zu diesem betrugs- und fehleranfälligen System:

  • Von 2006 bis 2015 stieg die Zahl der privaten Kindergärten von 616 auf 1394. Allein heuer wurden noch weitere 55 eröffnet. Bereits 60 Prozent aller Wiener Kindergärten werden von Privatpersonen geführt.
  • In zehn Jahren kamen so 22.596 Kindergartenplätze bei privaten Betreibern dazu (von 42.734 auf 65.330) - ein Plus von 52,87 Prozent.
  • Die Belastung für den Steuerzahler stieg aber noch viel stärker: Wurden 2006 noch 78,8 Millionen Euro an Fördermitteln an Private überwiesen, waren es 2015 bereits 309,45 Millionen Euro - das bedeutet eine Kostenexplosion um 292 Prozent.
Foto: "Krone"-Grafik
  • Jeder einzelne private Kindergartenplatz wird somit im Jahr mit 4591 Euro subventioniert, obwohl die Kindeseltern ohnehin bei diesen Betreuungseinrichtungen für ihre Mädchen und Buben mitzahlen müssen.
  • 1449 Standorte und nur 39 "vertiefte Kontrollen"
  • Trotz heftiger Skandale in den privaten Kindergärten wurde die Zahl der Kontrolleure nicht wirklich massiv aufgestockt: 2006 waren sieben Beamte unterwegs, jetzt sind es 13 für 1449 Kindergärten. Jeder Beamte sollte also die Sicherheitstechnik und die Pädagogik von 111 Standorten unter Kontrolle haben.
  • Trotz des Personalmangels schafften die Prüfer heuer 39 "vertiefte Kontrollen". Und sie forderten in 59 Fällen Subventionszahlungen zurück, außerdem kündigten sie zehn Verträge.
  • Die Frage, wie viele Nicht- Österreicher mittlerweile private Kindergärten in Wien betreiben, wurde von den Stadträtinnen nicht beantwortet: "Es existiert keine Erfassung dieser Daten."

02.12.2016, 16:41
Richard Schmitt, Kronen Zeitung/red
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