Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
18.01.2017 - 15:07
Foto: Christoph Matzl

Unser Heer am Balkan als Waffe gegen Islamisten

22.12.2016, 16:50

Das Blutbad von Berlin hat Europa nun endgültig wachgerüttelt. Deshalb ist unser Engagement bei Auslandseinsätzen eine Prävention vor dem Islamismus. Die "Krone" besuchte unsere Soldaten der KFOR.

Dröhnend und ächzend setzt die "Hercules"- Militärmaschine auf dem nebelverhangenen Flugfeld in Pristina auf. Doch heuer liegt nicht nur kalter Nebel über der Weihnachtsfeier für Österreichs KFOR- Soldaten im Kosovo: Der dunkelblutige Schatten des Berliner Terrors ist auch hier am Balkan zu spüren. Die Eiseskälte des Weihnachtsmarkt- Killers ist tief ins Unterbewusstsein der hier stationierten 500 Österreicher eingedrungen. Denn eines wissen hier alle: Der Balkan ist geheimes Rückzugsgebiet der Islamisten.

So spricht Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) auch Klartext beim Festakt: "Die letzten Tage in Berlin  haben Europa wachgerüttelt. Nach Paris, Brüssel und Nizza ist der Terror nun mit aller Härte endgültig in Europa angekommen." Die Lage im Kosovo und in Bosnien sei mit einem unterirdischen Vulkan vergleichbar - man wisse nie, wo er wieder auftaucht.

Wie immer lagen auch heuer einige "Krone"-Bücher unter dem Christbaum.
Foto: Christoph Matzl

Die Balkanroute ist DER Dschihadistenschleichweg

Auch Peter Pilz, grüner Sicherheitssprecher, der den SPÖ- Minister beim vorweihnachtlichen Besuch begleitet, unterstreicht dessen Warnung: "Wir müssen die Balkanroute des Dschihadismus genau im Auge behalten!"

Denn von hier aus sind nicht nur 390 Extremisten als mordende IS- Kämpfer nach Syrien oder in den Irak gezogen: In versteckten Ausbildungslagern der Salafisten trainieren sie und rüsten sich Selbstmordattentäter für den Dschihad gegen die ungläubigen Europäer. Pilz geht davon aus, dass dem Problem vorwiegend polizeilich und nachrichtendienstlich begegnet werden könne.

Peter Pilz (li.) testet hier ein Swarowski-Fernrohr.
Foto: Christoph Matzl

"Wir müssen diese Radikalisierungstendenzen gesamtheitlich sehen und nicht isoliert jedes Land für sich", fasst Doskozil seine strategische Unterredung mit den KFOR- Kommandanten vor Ort zusammen. Wenn Europa hier nicht mit vereinten militärischen Kräften eine Hürde errichte, werde dem Terror Tür und Tor geöffnet. Deshalb geht Doskozil davon aus, dass vor allem die militärische Aufklärung die beste Terror- Prävention am Balkan sei.

Ohne Aufklärung droht EU ein böses Erwachen

"Erst vergangene Woche konnten wir eine Gruppe junger Afghanen stoppen und der kosovarischen Polizei übergeben. Dank unserer Observationsgeräte haben wir die Illegalen auf einem 1000 Meter entfernten Schleichweg entdeckt", so ein Oberstleutnant (47) aus dem niederösterreischischen Mistelbach.

Ebenso wie in Bosnien sind die KFOR- Soldaten hier zwar nicht als "Geheimdienstler" unterwegs, doch als "Augen und Ohren" der Polizeikräfte im Land sind sie Beobachter der fragilen Strukturen sowie wechselnder Kräfteverhältnisse. Und so registrieren sie auch die verstärkten unverblümten Rekrutierungsversuche extremer Hassprediger.

Die Präsenz der KFOR gilt auch als sichtbare Terror-Prävention.
Foto: Christoph Matzl

Der steigende Radikalisierungstrend ist aber nicht nur im Kosovo zu verzeichnen, sondern nimmt auch in anderen Staaten des Balkans dramatisch zu. "Deshalb ist es wichtig, dass diese internationalen Missionen wie KFOR und EUFOR (Bosnien) aufrecht bleiben. Ansonsten wird Europa bald ein böses Erwachen erleben", nimmt sich der bullige Minister kein Blatt vor den Mund. Dass Österreichs NATO- Unterstützung hier im Kosovo noch weitere zehn Jahre nötig ist, zweifelt mittlerweile ohnehin kein sicherheitspolitischer Realist mehr an.

"Wir müssen den Anti- Terror- Kampf ebenso wie die Migrationsthematik europäisch gesamtheitlich sehen. Deshalb gilt es sich zu vernetzen, um gemeinsam gegen Bedrohungen vorzugehen", so Doskozil.

Die Aufgabe der KFOR-Truppe besteht darin, den Frieden zu sichern. Auch mit Pandur-Panzern.
Foto: Christoph Matzl

Waffen für Islamisten aus einstigem Ostblock

Gleichzeitig heißt es dagegen vorgehen, dass Saudi- Arabien und Katar am Balkan Millionenbeträge für islamistische Terrorcamps und Dschihad- Propaganda ausgeben. Und wie Pilz weiters warnt: "Wir haben hier eine massive Versorgung paramilitärischer Einheiten mit Waffen aus dem ehemaligen Ostblock zu verzeichnen. Insbesondere durch Nordbosnien führt dieser Kalaschnikow- Korridor bis hinunter nach Syrien."

Auch wenn es dann Schweinsbraten und Knödeln, Gulasch und Bier, untermalt von rührigen heimatlichen Weihnachtsliedern des Garde- Quintetts, gibt, eine wirkliche Friedensstimmung kommt bei der Weihnachtsfeier anno 2016 im Kosovo nicht auf.

Christoph Matzl, Chefreporter Kronen Zeitung

Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum