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06.12.2016 - 18:23
Polizei bei Erstversorgung nach Steinwurf (Kreis), geworfener Stein (links), 17-Jähriger im Spital.
Foto: LPD, twitter.com / Video: krone.tv

Steinwurf: Nun Ermittlungen wegen Mordversuchs

16.06.2016, 11:50

Nachdem ein 17- Jähriger bei einer Demonstration gegen die rechtsextremen Identitären (siehe Archivvideo oben) am Samstag in Wien durch einen Steinwurf schwer am Kopf verletzt worden war und notoperiert werden musste, ermittelt das Landesamt für Verfassungsschutz nun wegen Mordversuchs. Ein Unbekannter hatte den Stein von einem Dach in der Goldschlagstraße geworfen. Nach ihm wird gefahndet.

Laut Polizei passierte der Steinwurf - nach Informationen der "Krone" kein Einzelfall - am Samstag um 15.35 Uhr an der Ecke Goldschlagstraße/Neubaugürtel. Der unbekannte Steinwerfer hatte sich zuvor über ein Baustellenareal Zugang zu dem Gebäude in der Goldschlagstraße 2 verschafft. Dort brach er eine Tür zum Dachboden auf und kletterte über eine Luke auf das Dach.

Vom Dach dieses Hauses wurde der Stein auf die Demonstration geworfen.
Foto: LPD Wien

17- Jähriger seit Dienstag auf Normalstation

Von dort bewarf er den Demonstrationszug der Identitären laut Zeugenaussagen mit zumindest zwei Gegenständen - dem Stein sowie einem weißen Plastikkübel. Der 17- Jährige wurde vom Stein getroffen, er brach schwer verletzt zusammen. Der Mann wurde aufgrund seiner schweren Kopfverletzung operiert. Im Koma - wie es in Gerüchten zunächst geheißen hatte - befand er sich jedoch nie. Der 17- jährige Deutsche befindet sich seit Dienstag auf der Normalstation im Krankenhaus. "Es geht ihm gut, er ist stabil", sagte Krankenhaussprecherin Karin Fehringer am Donnerstag.

Der 17-Jährige wurde von diesem Stein am Kopf getroffen.
Foto: LPD Wien
Dieses Polizeibild zeigt den Tatort kurz nach dem Steinwurf und den geworfenen Kübel (Pfeil).
Foto: LPD Wien

Die Polizei veröffentlichte am Donnerstag Bildmaterial zum Tatgeschehen und Ablauf und ersuchte sowohl Medienvertreter, als auch Privatpersonen um deren Aufzeichnungen zum Tatgeschehen. Diese sollen sich ebenso wie Personen mit zweckdienlichen Beobachtungen beim Landesamt Verfassungsschutz unter der Telefonnummer 01/31310/74035 melden.

Aufmarsch vorzeitig beendet

Der Aufmarsch der rechtsradikalen Identitären musste am Samstag vorzeitig beendet werden, weil linke Gegendemonstranten den Demonstrationszug behinderten und mit Wasserflaschen und Steinen attackierten. Die Polizei reagierte mit Pfefferspray, sieben Personen wurden festgenommen, ein Rechter nach dem Verbotsgesetz angezeigt.

Foto: krone.tv

Insgesamt 13 verletzte Personen

Insgesamt registrierte die Berufsrettung 13 im Zuge der Demonstrationen verletzte Personen, davon wurden vier ins Krankenhaus gebracht. Zwei (darunter auch der junge "Identitäre") hatten demnach Kopfverletzungen, ein Polizist hatte einen Schlag abbekommen. Die meisten Verletzungen waren demnach Folge des Pfeffersprayeinsatzes der Polizei und wurden vor Ort behandelt.

Video: krone.tv

16.06.2016, 11:50
AG/red
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