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03.12.2016 - 07:16
Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER / Video: APA

Schönborn: "In erster Linie sind wir Menschen"

11.06.2016, 13:20

Das Life- Ball- Spektakel im Wiener Rathaus ist heuer zwar ausgefallen, beim Red Ribbon Celebration Concert im Burgtheater wurde aber am Freitagabend in kleinerem Ambiente zur Unterstützung im Kampf gegen Aids aufgerufen. Für große Überraschung sorgte dabei der Besuch von Kardinal Christoph Schönborn, der auf Einladung von Organisator Gery Keszler kam und sogar eine Rede hielt. Überstrahlt wurde das Konzert zudem von den Auftritten der Starsopranistin Anna Netrebko sowie Grammy- Gewinnerin Dionne Warwick.

Als Schönborn das Burgtheater betrat, ging ein überraschtes Raunen durch den Saal, zeigt sich die katholische Kirche doch stets kritisch gegenüber Homosexualität. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften stehen demnach nicht auf einer Stufe mit der Ehe zwischen Mann und Frau. "Ich hab auf der Bühne gesagt, ich bin vermutlich der einzige hier im Burgtheater, der Vorurteile hat. Ich gestehe es, ich habe Vorurteile, aber sie sind geschmolzen", sagte der Erzbischof am Freitagabend.

Kardinal Christoph Schönborn (li.) und Life-Ball-Organisator Gery Keszler
Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER

"In erster Linie sind wir Menschen"

"Es geht nicht um die Frage, ein Homosexueller, nein, ein Mensch, der diese Neigung, diese Lebensform hat", sagte Schönborn, der ein Red- Ribbon- Zeichen trug. "Wenn man das in den Vordergrund stellt, würde vieles besser sein." Man solle sich weniger mit Vorurteilen, weniger mit Kategorien, dafür mehr als Menschen begegnen, sagte der Kardinal und betonte: "Ich bin nicht die Katholische Kirche und Gery Keszler ist nicht der Life Ball. In erster Linie sind wir Menschen."

Keszler war sichtlich berührt von dem Auftritt. "Heute ist etwas Großartiges geschehen", sagte der Organisator. Der Auftritt werde weit über die Halle des Burgtheaters hinausgehen. "Es wird den Vatikan und die Welt erreichen", war Keszler überzeugt. Viele würden dies großartig finden, aber natürlich werde es auch Kritik geben.

Außenminister Sebastian Kurz und Life-Ball-Organisator Gery Keszler
Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER

Eröffnet wurde der Abend von Außenminister Sebastian Kurz. Bei dem anschließenden Konzert stand heuer die mythische Figur von Orpheus im Mittelpunkt. Im ersten Teil las etwa Schauspieler Nicholas Ofczarek "Orpheus und Eurydike" aus den "Metamorphosen" von Ovid und Sopranistin Margarita Gritskova sang die Arie "E amore un ladroncello" aus Mozarts "Cosi fan tutte". "Es ist eine große Ehre für mich", sagte Gritskova am roten Teppich.

Arie von Superstar Anna Netreko

Die ganz großen Namen folgten im zweiten Teil: Nachdem Marina Rebekka mit "Casta Diva" aus der Oper "Norma" von Vincenzo Bellini eine ihrer liebsten Arien gesungen, Thomas Hampson mit "Par me giunto e il supreme" Bravo- Rufe abgeholt und Michael Heltau "Der neue Orpheus" gelesen hatte, stand der Auftritt von Superstar Anna Netreko an. Die Sopranistin begeisterte das Publikum mit der Arie "Stridono lassu".

Für internationalen Flair sorgte schließlich Grammy- Gewinnerin Dionne Warwick. Die Amerikanerin sang zuerst ihren Hit "I'll never love this way again" und dann gemeinsam mit ihrer Enkelin Cheyenne Elliott ihren wohl bekanntesten Song "That's what friends are for". Im Gegensatz zu den Vorjahren war der ehemalige US- Präsident Bill Clinton aufgrund des Wahlkampfes seiner Frau heuer nicht anwesend, schickte aber eine Grußbotschaft.

Nächster Life Ball für 10. Juni 2017 angekündigt

Die meisten Konzertbesucher, wie die "Vorstadtweiber" Hilde Dalik und Nina Proll, die ihrer Kollegin Martina Ebm zusahen, genossen den Abend, freuten sich aber auch schon auf den Life Ball 2017, der für 10. Juni angekündigt wurde. "Ich finde es gut, dass sich der Ball neu erfinden wird", sagte auch Schauspielerin und Sängerin Dagmar Koller, deren Mann Helmut Zilk einst den Life Ball ins Wiener Rathaus geholt hatte.

Der Reinerlös des Konzert- Abends geht an nationale und internationale HIV/Aids- Hilfsprojekte, die nicht nur auf medizinischer Ebene gegen das Virus kämpfen, sondern auch Aufklärung leisten.

11.06.2016, 13:20
AG/red
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