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26.02.2017 - 09:55
Foto: APA/HERBERT NEUBAUER / Video: APA

Nach Dudamel dirigiert 2018 wieder Muti

01.01.2017, 13:43

Frisch, fruchtig, venezolanisch: Der 35- jährige Dirigent Gustavo Dudamel hat dem Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker nicht nur zu einem Generationensprung verholfen. Mit frechem Optimismus und rhythmischer Zielstrebigkeit ließ er das angeblich so katastrophale vergangene Jahr schnell vergessen und ließ Optimismus blühen. Im kommenden Jahr wird der italienische Maestro Riccardo Muti zum bereits fünften Mal das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker dirigieren.

50 Millionen Zuseher weltweit verfolgten den Event im Fernsehen. "Einen leicht südamerikanisch angehauchten Strauß" hatten die Philharmoniker im Vorfeld des Ereignisses versprochen. Vordergründig wurde dies durch den Blumenschmuck aus Südfrüchten erfüllt. Das war es auch schon mit den Klischees.

Foto: APA/HERBERT NEUBAUER

Vor allem der Zugang zum Repertoire der Familie Strauß war erfrischend wie nie zuvor: Dudamel, der bisher jüngste Dirigent des Neujahrskonzertes, grübelte nicht lange, hatte keine Zeit für elendslange Ritardandi, sondern peitschte nach vorne.

Gustavo Dudamel
Foto: APA/HERBERT NEUBAUER

Zeit zum Innehalten war bei diesem Neujahrskonzert also nicht - mit einer Ausnahme: Bei Otto Nicolais "Mondaufgang" aus der Oper "Die lustigen Weiber von Windsor" sorgte der Wiener Singverein von der Orgelempore herab für Transzendenz und Gänsehaut.

Foto: APA/HERBERT NEUBAUER

Der Rest war der Familie Strauß überlassen, etwa mit der Pepita- Polka von Johann Strauß Sohn oder dessen "Auf zum Tanze!".

Foto: APA/HERBERT NEUBAUER

Dabei erfand Dudamel das Rad nicht neu, verlieh ihm aber einzigartigen Schwung. Da war der von der Orgel ins Publikum geblasene Silberstaub als Effekt gar nicht mehr nötig.

Foto: APA/HERBERT NEUBAUER

Riccardo Muti dirigiert 2018

Und wie es alljährlich der Fall ist, wurde am Neujahrstag auch gleich der Dirigent für das kommende Neujahrskonzert bekannt gegeben. Zum mittlerweile fünften Mal wird Riccardo Muti am Pult den Taktstock schwingen, er zählt damit zu den meistbeschäftigten Neujahrsdirigenten.

Riccardo Muti
Foto: APA/BARBARA GINDL

Es sei ein Zeichen "tiefer künstlerischer Verbundenheit", so Philharmoniker- Vorstand Andreas Großbauer. Muti dirigierte das Orchester der Wiener Philharmoniker bereits in rund 500 Konzerten. "Die besondere Qualität der Aufführungen verleiht Riccardo Muti einen außergewöhnlichen Stellenwert in der Geschichte der Wiener Philharmoniker. Muti ist bekannt für sein intensives Quellenstudium, das er seinen Interpretationen zugrunde legt, und ist ein profunder Kenner des spezifischen Klanges der Wiener Philharmoniker", so Großbauer.

"Vulkan am Pult"

Als "Vulkan am Pult" wird Riccardo Muti, der meist herrisch, temperamentvoll und selbstbewusst auftritt, gern bezeichnet. In seiner Heimat Italien wird er teils abgöttisch geliebt, teils scharf kritisiert. Kalt lässt der Mozart- Spezialist mit dem Faible für neapolitanische Musik des 18. Jahrhunderts jedenfalls niemand.

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