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09.12.2016 - 14:21
Foto: "Krone"-Grafik, APA/AFP/ZOOM DOSSO

Das sind die größten Bedrohungen für Österreich

23.10.2016, 19:00

Eine hochsensible Risikoanalyse des Staates untersucht Anschläge mit biologischen, chemischen und nuklearen Waffen auf Österreich. Die größte Gefahr: Pocken!

Ein irrer Milliardär will das Problem der Überbevölkerung lösen. Sein Plan: Ein Killer- Virus soll unseren Planeten von einer Hälfte der Bevölkerung befreien, damit die Menschheit als Ganzes überleben kann. Das ist Darwinismus 2.0. Und natürlich Hollywood pur. Nach einem Roman von Dan Brown darf Tom Hanks im Kino die Welt retten. Filme und Serien sind momentan voll von Viren, die uns Menschen auslöschen oder zu Zombies machen.

In der echten Welt sind aber nicht psychisch labile Milliardäre das Problem, es sind die Terroristen. Und wie schnell Hollywood Realität werden kann, beweist eine aktuelle, hochsensible Risikoanalyse, die der "Krone" vorliegt und die vom Lebens- und dem Innenministerium gemeinsam mit dem Kuratorium Sicheres Österreich (KSÖ) erstellt worden ist. Der Titel des Dossiers: "Biologische, chemische, radiologische und nukleare Bedrohungen."

Foto: "Krone"-Grafik

Die ganze Palette des Todes auf einer x- und einer y- Achse: Unterteilt ist die Risikoanalyse in Auswirkung und Plausibilität, also den tatsächlichen Schaden und die Wahrscheinlichkeit des Auftretens. Die Auswirkung berücksichtigt Kategorien wie Infektiosität, Letalität oder Verwundbarkeit, die Plausibilität wiederum Kriterien wie Herstellung oder Transit. Auf einer Skala von 0 (sehr gering) bis 10 (sehr hoch) wird für die Risikonalyse der Mittelwert aller Kategorien errechnet.

33 Seiten fassen Gefahren zusammen

Das 33- Seiten- Dokument hat wesentliche Gefahren für Österreich analysiert und in Kategorien eingeteilt. Die größten Bedrohungen für unser Land sind:

  • Pocken: Hochvirulent, tödlich. Menschenpocken sind nicht nur durch Tröpfcheninfektion übertragbar, sondern auch über kontaminiertes Material wie Decken oder Kleidung. "Die Verwundbarkeit Österreichs ist durch zwei Faktoren gegeben", ist in dem Bericht zu lesen. "Durch die Aussetzung von Pockenschutzimpfungen in den 1980er- Jahren und durch die unzureichenden Fähigkeiten, um mit entsprechend qualifiziertem, geschultem sowie geschütztem Fachpersonal reagieren zu können."
  • Influenza: Vor allem modifizierte Viren können sich ihrem Wirt perfekt anpassen und fallen durch massive Ausbreitungsfähigkeit auf. Österreich ist mit einem robusten Gesundheitssystem "relativ" vorbereitet. Eine Anwendung für Terror- Zwecke ist "wahrscheinlich".
  • Radiologisches Wirkmittel: Dahinter verbergen sich Waffen wie die schmutzige Bombe. Der Wirkungsradius ist zwar begrenzt, die Waffe richtet aber an Ort und Stelle massiven Schaden an. Laut Bericht ist auch "die Anzahl an infrage kommenden Materialien hoch und eine lückenlose Kontrolle aller radioaktiven Stoffe schwer realisierbar". Zudem gibt es keine Vorwarnzeit bis zur Freisetzung radioaktiver Stoffe an die Umwelt.
  • Kernkraftwerk- Unfall: Hervorgerufen etwa durch Anschläge. Die Risikoanalyse: "Die unmittelbare Betroffenheit Österreichs durch ein im Nahbereich (200 Kilometer Umkreis) havariertes Kernkraftwerk würde mittel- bis langfristig die Gesundheit zahlreicher Bürger bedrohen." Für solche Fälle hat Österreich einen Notfallplan.

"Es gibt aber keinen Grund zur Panik", erklärt Innenminister Wolfgang Sobotka. Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil: "Wichtig ist, die unterschiedlichen Dimensionen der Gefahren zu erkennen und Folgen abzuschätzen."

Was bedeutet das jetzt für Österreich?

Nicht alles lässt sich vermeiden, nicht vor allem sind wir sicher. Nach der Risikoanalyse hat das Kuratorium Sicheres Österreich jedoch eine Liste an speziellen Sofortmaßnahmen erstellt, die das Land umzusetzen hat. Wichtig: den Impfschutz für Einsatzkräfte, Schlüsselpersonal und Bevölkerung zu stärken - vor allem im Hinblick auf Pockenviren. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Verbesserung von Ausrüstung und Ausbildung.

Was jeder für sich tun kann: Wasser- und Lebensmittelvorräte für mindestens drei Tage anlegen, batteriebetriebenes Radio und Kerzen für einen längeren Stromausfall besorgen.

23.10.2016, 19:00
Michael Pommer, Kronen Zeitung/red
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